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Polen restaurieren amerikanisches Schlachten-Epos Drucken E-Mail

Am 1, 2. und 3. Juli 1863 kam es im amerikanischen Bürgerkrieg zum entscheidenden Showdown bei Gettysburg. Die südstaatlichen Konföderierten (Sklavenbefürworter) traten mit 72.000 Soldaten gegen rund 94.000  Unionisten an. 150 Kanonen und über 3000 Pferde setzten beide zusätzlich Seiten ein.
Bilanz des Gemetzels:  Die Konföderierten beklagten 3.155 Tote, 14.531 Verwundete und 5.369 Vermißte. Die Unionisten meldeten  4.708 Tote, 12,693 Verwundete und 5.830 Vermißte. Von den Pferden sollen nicht mal 100 die Schlacht durch Flucht überlebt haben.
Gettyburg bedeutete den Wendepunkt im amerikanischen Bürgerkrieg, auch deshalb, weil sich die europäischen (Kolonial-) Staaten nach dem Sieg  auf die Seite der Unionisten schlugen. Seither befanden sich die Konföderierten in allen  nachfolgenden Scharmützeln  in der Defensive. Abraham Lincoln präsidierte nun das „Vereinte Amerika“.

Beim Schlachtengemetzel dabei war der franzöische Historienmaler Paul Philippoteaux, 48-jährig. Doch er pinselte nicht auf flacher, sondern konvex eingespannter Leinwand. Darauf zauberte er perspektivische Effekte, Vorläufer der dreidimensionalen  Trompe´loil - Maltechnik.


                  

Nur ist der Historienschinken  in die Jahre gekommen. Schmutzpatina trübt die Effekte, die Leinwand craquelliert und droht zu zerbröseln. Der zuständige USA-Konservator  David Olin suchte weltweit nach erfahrenen Restauratoren.

In Wroclaw/Breslau gibt es ein historisches Panorama-Gemälde in fast identischen Ausmaßen der Gettyburg-Ikone. Das Original befand sich im einst polnischen, heute russischen Lemberg. Die Polen zerlegten es, brauchten dann allerdings 35 Jahre, bis der Historien-Schinken sich in Wroclaw so präsentierte, als sei er nie im Lemberg gewesen. Das überzeugte David Olin.

Die polnischen Restaurateure haben inzwischen versichert, den Terminplan einzuhalten. Das neue Museum  für die Ausstellung steht bereits. Ab September soll das restaurierte Monumental-Werk  jährlich zwei Millionen Besuchern klarmachen, was die USA zur USA machte. Dank polnischer Kunstfertigkeit.

Poland.pl/ds/03.06.2008

 
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