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 MAGDALENA ABAKANOWICZ (1930 - 2014)

 

Abakanowicz (1930 – 2014) entstammte einer polnischen Adelsfamilie. Von 1949 bis 1954 studierte sie an den Kunstakademien in Danzig und Warschau.Als unabhängige Künstlerin erreichte sie mit großen gewebten Wandtextilien in den 1960er Jahren erstmals internationale Aufmerksamkeit. Für ihre Wandteppich-Serie Abakans erhielt sie 1965 den Grand Prix der Biennale in São Paulo, Brasilien. Mitte der 1970er Jahre schlug sie eine dramatische Wendung ein, indem sie begann, aus natürlichen oder gefundenen Materialien wie Sisal und Sackleinwand mithilfe von Klebstoff und Harz plastische Skulturen zu erschaffen.

Mitte der 1970er Jahre nahm ihr Werk eine dramatische Wendung, als sie begann, Menschen, Tiere und Vögel zu erschaffen - und dabei die Kunstwelt vor allem mit  kopflosen  Menschenkorso zu irritieren.. Sie traten als Ensemble auf und in überdimensonalen Maßen. Das wurde von da an  ihr charakteristisches Œuvre.

Von 1965 bis 1990 lehrte sie als Professorin an der Kunsthochschule in Posen und  gleichzeitig ab 1984 als Gastprofessorin an der University of California, Los Angeles.

 

Eine Größenordnung besonderer Art stellen auch Abakanowiczs zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen, Ehrungen und Kunstpreise dar.

 

Allein sieben Kunsthochschulen in aller Welt verliehen ihr die Ehrendoktorwürde. Sie war Mitglied mehrerer Akademien der Künste, Trägerin vieler Verdienstorden. Und mit über zweihundert Einzelausstellungen war sie ohne Zweifel die bekannteste zeitgenössische polnische Bildhauerin, obwohl die eigentliche Bildhauerei nur einen Teil ihres Schaffens ausmachte.

Polen verlieh ihr 2001 den Großen Preis der Kulturstiftung, Berlin würdigte 2010 ihr Engegement für die deutsche-polnischen Kulturbeziehungen mit dem Großen Bundesverdienstkreuz mit Stern.

Es gelang ihr allerdings  nicht mehr, einen Skulpturenpark mit ihren Werken in Warschau, unweit ihrer Wohnung einzurichten. Die Stadtverwaltung zögerte die Umsetzung des Projektes immer wieder hinaus. Mal der Kosten wegen heißt es,andere sehen den Bremser im damaligen Bügermeister Lech Kaczyński, dem Zwillingsbruder des derzeitigen PiS-Parteivorsitzenden, dessen Beziehung zum Kuluturbetrieb historisch verankert mit der Zeit, als Schlachtengemälde polnische Größe verherrlichten.

Eine Erkrankung an Alzheimer versagte ihr die Erfüllung des Skulpturenparks. 86-jährig starb sie in Warschau.


 Miroslaw Balka (geb. 1958)

Er ist der international wohl bekannteste polnische Künstler. Er lebt und arbeitet heute in Warschau. Sein Werk wurde in zahlreichen Einzel- und Sammelausstellungen gezeigt. Ihm wurde auch die Auszeichnung zuteil, einen eigenen Ausstellungsraum nur für seine Werke im New Tate Modern Museum zu haben. Er nutzt alltägliches Konstruktionsmaterial wie Stahlkabel, Metalldraht, Ziegel und Steine, um auf subtile Weise, Themen wie Wohl, Schutz und Identität zu behandeln. Balkas Skulptur ist zwar sehr einfach, doch bei näherer Betrachtung schätzt man ihre poetische und philosophische Qualität.


STANISŁAW FIJAŁKOWSKI (geb. 1922)

Maler, Grafiker, Zeichner und Professor an der Staatlichen Hochschule für bildende Künste in Łódź. Sein Schaffen ist technisch sehr vielfältig. Er malt irreale Bilder voller Bedeutungen und Symbole wie z. B. "Wege" sowie die Zyklen "Autobahnen" und "Talmudische Studien".


 J ACEK GAJ (geb. 1938)

Grafiker und Zeichner, Professor an der Akademie der Schönen Künste in Kraków. Er schuf einige Kupferstiche, die das menschliche Leben allegorisch darstellen. Berühmt sind auch seine Feder- und Pinselzeichnungen aus dem Zyklus "Doktor Faust".

 KATARZYNA KOZYRA (geb. 1963)

Bildhauerin, Absolventin der Warschauer Akademie der Schönen Künste. Schon ihre Diplomarbeit "Pyramide aus Tieren" (Installation mit ausgestopften Tieren, 1993) bewegte die Künstlerwelt und die Öffentlichkeit. Weitere Arbeiten: "Blutsbande", "Badeanstalt" und "Männerbadeanstalt". Kozyra hatte auch im Ausland Erfolge. So bekam sie 1998 auf der Kunstbiennale in Venedig einen Ehrenpreis.


 GOR MITORAJ (geb. 1944)

Bildhauer mit ständigem Wohnsitz in Italien. Seine Inspirationen holt er sich u. a. von der antiken griechischen Bildhauerkunst. Charakteristisch für seine Plastiken sind Darstellungen menschlicher Gebrechen, verbundener Körper und ausgehöhlter Figuren. Berühmt sind seine Plastiken: "Kopf", "Venus" und "Eros". Seine Monumentalwerke schmücken Plätze und Höfe u. a. in Paris, Tokio, Pietrasanta, Bolognia, Rom, Kraków und Warszaw.

 ADAM MYJAK (geb. 1947)

Bildhauer, Professor und Rektor der Akademie der Schönen Künste in Warschau. Für seine Arbeiten verwendet er die verschiedensten Materialien. Seine Plastiken schmücken meist Innenräume. Er fertigt aber auch Freilicht-Kompositionen für das In- und Ausland. Myjak schuf u. a. die Zyklen "Figuren", "Zamieranie / Absterben", "Traum" und "Menschliche Landschaft".

 JERZY NOWOSIELSKI (geb. 1923)

Maler, Zeichner und Bühnenbildner. Er gehört zu den begabtesten Künstlern im heutigen Polen. Berühmt sind seine religiösen Kompositionen (Fresken, Ikonostasen, Polychromien), z. B. in orthodoxen Kirchen in Białystok und Jelenia Góra sowie in der Heiligkreuzkirche in Warschau. Er malt auch Porträts, Landschaften, Stillleben und abstrakte Bilder. Seine Arbeiten befinden sich in polnischen Museen sowie in Privatsammlungen in Deutschland, Kanada und in den USA. Für seine herausragenden Leistungen erhielt er 1993 den polnischen Preis der Großen Kulturstiftung.

 RAFAŁ OLBIŃSKI (geb. 1945)

Plakatmacher, Illustrator, Maler, Gebrauchsgrafiker und von der Ausbildung her Architekt. Seit 1981 wohnt er in New York. Seine Illustrationen erscheinen regelmäßig in Zeitschriften wie z. B. "Time", "Newsweek", "Der Spiegel" und "Business Week". Seit vielen Jahren entwirft er Opernplakate, darunter für die New York City Opera. Er ist Dozent an der School of Visual Arts in New York und Autor berühmter Plakate mit Verbindung zu den Ereignissen des 11. September 2001.

 TERESA PĄGOWSKA (geb. 1926)

Malerin, führende Vertreterin der so genannten Sopot-Schule. Sie ist Professorin an der Akademie der Schönen Künste in Warschau. Ihre ausdrucksstarken Bilder sind ungezwungene und universelle Komposition, z. B. der Zyklus "Magische Figuren".

 JERZY PANEK (1918-2001)

Grafiker und Maler. Die meiste Zeit seines Lebens befasste er sich mit Holzstich. Er schuf etwa 500 Grafiken. Unter anderem ließ er sich von der Volkskunst inspirieren. Das zeigen z. B. "Selbstporträt mit weißem Hut" und "Schloss in Golub". In seinem letzten Lebensabschnitt schuf er Kreide- und Tuschzeichnungen, hauptsächlich Selbstporträts.

 STANISŁAW RODZIŃSKI (geb. 1940)

Maler, Essayist, Dekan der Fakultät für Malerei an der Akademie der Schönen Künste in Kraków und seit 1966 ihr Rektor. Er hatte mehrere Dutzend Personalausstellungen und nahm an vielen Gruppenausstellungen teil. Zu seinen vielen Auszeichnungen gehören die Medaille der Kommission für Volksbildung 1993 und das Offizierskreuz des Ordens zur Erneuerung Polens 1998. Seine gemalten Arbeiten, die oft Landschaften darstellen, zeichnen sich durch Ernst, Monumentalität und eine gedämpfte Farbgebung aus. Er schrieb Essay-Bände wie z. B. "Alltags- und Festtagskunst" und "Zeitbilder".

 KRZYSZTOF SKÓRCZEWSKI (geb. 1947)

Grafiker. Absolvent der Krakauer Akademie der Schönen Künste und der Königlichen Kunsthochschule in Schweden. Er gehört zu den Laureaten der Internationalen Grafikbiennale in Kraków. Skórczewski bevorzugt den traditionellen Kupferstich. Er kehrt immer wieder zu den Themen Architektur, Urbanistik, Pflanzen und Tiere zurück, wobei er diese Themen in einer spezifischen, unwiederholbaren Art verarbeitet. Seine jüngsten Zyklen heißen "Die Gärten von Josafat" und "Türme".

 FRANCISZEK STAROWIEYSKI (geb. 1930)

Grafiker, Maler und Bühnenbildner. Er arbeitet auch unter dem Pseudonym Jan Byk. Seinen Arbeiten zeigen einen charakteristischen Strich und eine reiche Ornamentik. Seine Lieblingsmotive sind das Vergehen, der Tod und das Ende der Zivilisation. Er kreiert auch Theater- und Filmplakate, z. B. für "Die Iden des März", "Illumination" und "Familienleben".

 LEON TARASEWICZ (geb. 1957)

Maler und Professor an der Akademie der Schönen Künste in Warschau. Er hatte bereits mehrere Dutzend Ausstellungen in der ganzen Welt. Tarasewicz vertrat Polen auf der Kunstbiennale in Venedig 2001. Seine Bilder hängen in Museen in Amerika und Skandinavien. Man findet sie auch in Griechenland und Korea. Der Künstler wohnt in dem ostpolnischen Dorf Waliły und lässt sich gern von der Natur inspirieren. Seine Arbeiten zeichnen sich durch Einfachheit in der Komposition und Farbgebung aus.

 HENRYK TOMASZEWSKI ( geb. 1914)

Grafiker, Bühnenbildner und Buchillustrator. Er gehört zu den Begründern der so genannten Polnischen Plakatschule. Seine zahlreichen Plakate warben für Ausstellungen, Wettbewerbe und Kulturereignisse in Polen und in der Welt. Tomaszewski war von 1952 an Professor an der Akademie der Schönen Künste in Warschau.

 

 
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