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"ZUG DER ERINNERUNG" macht sich erneut auf den Weg Drucken E-Mail

Der "Zug der Erinnerung" macht sich nach seiner ersten Fahrt durch Deutschland und Polen vom November 2007 bis Mai 2008 erneut auf den Weg, um der Deportation von über 12.000 jüdischen Kindern und der Verschleppung Jugendlicher aus zahlreichen anderen Opfergruppen zu gedenken. Die Auftaktveranstaltung für die zweite Tour findet am 8. November in Oranienburg statt: Auf dem Bahnhof in der Nähe des einstigen Konzentrationslagers Sachsenhausen wollen sich Überlebende aus Israel, Polen und Deutschland mit jungen Menschen treffen und einen sogenannten Bund der Generationen schließen. Grund für die zweite Tour ist nach Veranstalterangaben die große Nachfrage.

Der Zug besteht aus mehreren Waggons, in denen die Geschichte der europäischen Deportationen in beispielhaften Biografien nacherzählt wird. Schwerpunkt der Ausstellung ist das Deportationsgeschehen in Deutschland: die Zustellung der Deportationsbescheide, das Herrichten und Verlassen der Wohnungen, der Weg zu den Sammellagern und von dort am helllichten Tag durch die Dörfer und Städte zu den wartenden Zügen.

In einem eigenen Ausstellungsbereich werden mehrere Täter der unterschiedlichen Funktionsebenen vorgestellt: Vom Reichsverkehrsministerium über die SS bis hin zu den Logistikplanern der Reichsbahn, die für den Transport der todgeweihten Kinder und Jugendlichen in die Vernichtungslager sorgten. Mehrere dieser Spezialisten setzten ihre Bahnkarrieren in der Nachkriegszeit fort. Am Ende des zweiten Waggons hängen die noch leeren, durch die Recherche von Schulen und anderen Organisationen zu füllenden Tafeln mit den Fotos und Biographien einzelner Kinder aus den Gemeinden und Städten entlang der Fahrstrecke.

dpi/ds/27.10.2008
 
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