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Polen bevorzugen Anonymität im Zahlungsverkehr |
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Die polnische Sozialversicherung ZUS könnte nach eigenen Berechnungen jährlich rund 300 Millionen Zloty (85 Mio. Euro) einsparen, kann es aber nicht, weil sich etwa die Hälfte der Rentenbezieher und Berufsunfähigen das Geld lieber vom Postboten bar in die Hand auszahlen lässt. Das sind rund 7.5 Millionen Barauszahlungen Monat für Monat. Ein Gesetz, das bargeldlosen Verkehr vorsieht, gibt es (noch) nicht. Und deshalb müssen nicht nur alle Behörden, sondern auch Arbeitgeber Kassenstellen für Bargeschäfte unterhalten. Etwa ein Drittel der Arbeitnehmer bevorzugt Barauszahlung. Steuern, Gebühren, Notar- und Gerichtskosten werden großteils bar bezahlt. Wenn es ums Geld geht, sind die Polen lieber mobil – der Anonymität wegen.
Diese Neigung nimmt nicht ab, sondern zu: Vor zwei Jahren waren 61.7 Milliarden Zloty bzw. rund 17 Mrd. Euro bar unterwegs, vergangenes Jahr schon 80.7 Milliarden Zloty bzw. rund 23 Mir. Euro. Auch Kreditkartengeber VISA kann ein Lied davon singen: Von den 41 Milliarden Euro Umsatz im letzten Jahr entfielen lediglich neun Milliarden Euro auf bargeldlose Transaktionen. Die Mehrheit holt sich mit der VISA-Karte Bargeld vom Automaten. Das alles hat zur Folge, dass in Polen weit mehr Münzen und Banknoten im Umlauf sind, als in den westlichen EU - Staaten. Der anonyme Bargeldverkehr kostet das Land jährlich rund 11 Milliarden Zloty bzw. 3.1 Milliarden Zloty – etwa ein Prozent des BIP.
Rzeczpospolita/ds/07.11.2008 |
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