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Ein Extra-Gedeck für unangekündigte Gäste Drucken E-Mail

Jedes Jahr können die polnischen Bürger ein Prozent ihrer Gesamtsteuer an eine gemeinnützige Organisation überweisen. Weihnachtszeit ist Spendenzeit. Man denkt an Arme und Kranke, an die, die es nicht so gut haben wie man selbst. Das gilt insbesondere im katholischen Polen. Hier wird sogar am Weihnachtsabend traditionell ein Gedeck mehr aufgelegt, um einen weiteren Gast bewirten zu können, der sich möglicherweise nicht angekündigt hat.


Auch der Staat unterstützt seit dem Jahr 2004 die Spendenfreudigkeit der Polinnen und Polen. Jedes Jahr können die polnischen Bürger ein Prozent ihrer Gesamtsteuer an eine gemeinnützige Organisation überweisen. Da jedoch die Prozedur dieser Steuerspende wenig transparent ist, machen nur rund 1,5 Millionen Steuerzahler von diesem Service der Finanzämter Gebrauch. Weder die Steuerbehörde noch die gemeinnützigen Organisationen stellen eine Spendenbescheinigung aus, sodass der Spender letztlich nicht weiß, ob das Geld auch wirklich dort angekommen ist, wohin es geschickt werden sollte.

Regierungsamtlichen Statistiken zufolge spendeten 2007 rund drei Prozent der polnischen Steuerzahler umgerechnet rund 27 Millionen Euro an Organisationen wie die Caritas, den Polnischen Pfadfinder-Verband und die Polnische Humanitäre Aktion. Auf Platz vier bis sechs landeten mit jeweils mehreren hunderttausend Zloty (100.000 Zloty sind 25.353 Euro) die Kinderhilfsorganisation Stiftung Polsat, die für eine offene Gesellschaft eintretende Stefan Batory-Stiftung und die Tiernothilfe Stiftung HundeEngel.

Gabriele Lesser/DER STANDARD/15.12.2008
 
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