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Irgendwo zwischen Beichtstuhl und Supermarkt Drucken E-Mail

Polnische Katholiken betrachten ihre Religion immer mehr wie eine Ware. Aus dem Religionsangebot wählen sie sich das aus, was ihnen gerade am besten passt, schreibt die Tageszeitung Gazeta Wyborcza mit Bezug auf eine Studie des Statistikinstituts der Katholischen Kirche. Danach besuchen immer weniger Polen den sonntäglichen Gottesdienst. 
Heute sind es 40 Prozent der Katholiken, die am Sonntag in die Kirche gehen, im Jahr 2000 waren es noch 47 Prozent. Die Religiosität der Polen wird selektiv. In der Soziologie spricht man von einer privatisierten Religion, erklärt den neuen Trend der Priester Professor Slawomir Zareba. Man wähle sich das aus, was einem passt. Wie in einem Supermarkt. Dies beziehe sich nicht nur auf die Rituale, sondern auch auf den moralischen Aspekt der Religion.

Die Polen geben gern zu, sie würden an Gott glauben, doch an die Hölle glauben nur noch 60 Prozent der Katholiken. Die gesellschaftlichen Wandlungen der letzten Jahre haben die Überzeugung verstärkt, dass die Religion eine private Angelegenheit sei. Die Warteschlangen vor dem Beichtstuhl werden immer kürzer. Doch den Priestern ist das historische Auf und Ab in der Glaubensgeschichte bekannt.  Sie kommen in Scharen zurück, je länger die globale  Finanzkrise andauert – glauben sie.

Polskie Radio/ds/23.04.2009

 
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