Polen hat sich deutlich abgesetzt von den ärmsten EU-Ländern Bulgarien und Rumänien und dürfte noch in diesem Jahr auch die besonders krisengeschüttelten Länder Litauen und Ungarn hinter sich lassen. Zu diesem Ergebnis und der Prognose kommt die jüngste Eurostat-Studie. Gemessen am durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommen der EU (skaliert: 100) erreichte Polen 2008 den Wert 57,5 Prozent. Das entspricht etwa der Hälfte des Lebensstandards in Deutschland; vor 12 Jahren lag das Verhältnis noch bei 30 zu 100.
Die Eurostat-Studie räumt Polen große Chancen ein, bald auch Portugal als ärmstes westliches EU-Land zu überholen. Portugals Pro-Kopf-Einkommen erreichte 2008 den skalierten Prozentsatz 75,3. Wirtschaftsprofessor Witold Orłowski von Price Waterhouse Coopers glaubt indes, dass Polen wohl noch zehn Jahre brauchen wird, um mit dem Lebensstandard von Portugal gleichzuziehen.