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Polen - Glossar Drucken E-Mail

Andrzejki: Ein lustiger Hokuspokus, der am 29. November - am Vorabend des heiligen Andreas, dem Andreastag - zelebriert wird. Um beispielsweise die Zukunft  der Ehe zu erraten, wird Wachs auf Wasser gegossen – und aus dem Entstandenen  die Zukunft gedeutet.

Autoklau: Spaßmaster Harald Schmidt entsprach der Einladung des polnischen Botschafters zu einem Gespräch. Der Botschafter präsentierte ihm die Statistik der deutschen Versicherer. Ergebnis: Die Deutschen klauen oder lassen dreimal mehr klauen als die Polen. Und gemäß einer EU-Statistik rangiert Deutschland prozentual oben, Polen weit unten im Ländervergleich. Seither verzichtet Schmidt auf Polen-Gags.

Barszsz: Gesäuerte Roterübensuppe.

Bialowieska – Urwald: UNESCO-Weltkulturerbe.

Nordöstlich grenzend an Weißrussland erstreckt sich das letzte Urwaldgebiet in Europa mit natürlichem Baumbestand, über 5000 Pflanzen- und 15.000 Tierarten, darunter 300 Wisente. Dieses einzigartige Biosphärenreservat hat die UNESCO zum Weltkulturerbe erhoben. Rund herum, in verträumt liegenden Dörfern mit traditioneller Holzbehausung hat sich uns nahezu unbekannte östliche Folklore erhalten.
 Mehr...siehe TOURISMUS/Nationalparks.

Bigos



Nationalgericht. Ein Krautgulasch mit Schweinefleisch, Wurst, Sauerkraut, Weißkohl, Speck, Zwiebeln und Pilzen. Schlesier meinen, es ist urschlesische Hausmannskost.

Bieszczady-Nationalpark



Im südlichsten Zipfel Polens gelegenes Mittelsgebirge, das – teilweise unter Naturschutz stehend – Bären, Luchsen, Wölfen und Wisenten erhalten ist. Urwüchsiger Waldbestand und grasbewachsene Hochweiden, die Polonies, präsentieren sich als Naturschauspiel pur.
Mehr...siehe TOURISMUS/Nationalparks.

Biskupin



Etwa 80 m nördlich von Posen gelegen wird seit 1934 archäologisch gebuddelt und rekonstruiert. Bereits originalgetreu wiederhergestellt ist eine Wehrsiedlung aus der frühen Eisenzeit vor 2700 Jahren. Hinter meterlangen Palisadenzäunen mit einem mächtigen hölzernen Eingangstor hatten sich etwa 1000 Siedler verschanzt. Wie sie hier vor 2700 Jahren lebten, kann der Tourist erleben.

Borschtsch



Die polnische Variante ist regional unterschiedlich, fast immer gehören jedoch Fleisch, Rote Bete und Weißkohl dazu. Ein typischer polnischer Borschtsch wird mit natursauer vergorenen Roten Beten (oder Rote-Bete-Saft), Karotten und Zwiebeln angesetzt. Als Einlage kommen fleischgefüllte Teigtaschen hinzu.

Ermland und Masuren



Die im Nordosten Polens gelegene Region gilt mit ihren ausgedehnten Wäldern und rund 4000 Seen als „Grüne Lunge“ Europas. Wohl nirgendwo sonst in Europa blühen prächtigere Blumenwiesen - und knattern mehr Störche als in den Masuren. In Grünberg, unweit der masurischen Stadt Ostroda / Osterode, lebt jährlich um den 15. Juli herum die historische Schlacht von Tannenberg wieder auf. Rund 3000 Ritter ziehen symbolisch in die Schlacht von 1410 mit bekanntem Ausgang: Die polnisch-litauische Armee schlägt das Ordensheer  vernichtend. Danach geht´s gemeinsam in die Festzelte.
Siehe: Historienschlacht bei Grünberg/Tannenberg

Feiertage

Die Polen gelten als ein Volk, das gerne feiert, und das an Traditionen und  alten Bräuchen festhält. Die ältesten Bräuche, insbesondere jene, die noch heidnischer Herkunft sind, haben ihren magischen Charakter längst verloren und sind heute vor allem Relikte der Vergangen-heit, an denen man vor allem aus Sentimentalität festhält. Die Traditionsverbundenheit der Polen wird besonders während der kirchlichen Feierlichkeiten wie Weihnachten, Ostern, Fronleichnam und Allerheiligen sichtbar. Sehr populär sind ebenfalls Wallfahrten zu religiösen Pilgerstätten.Zu den wichtigsten staatlichen Feiertagen zählt der Tag der Unabhängigkeit, der am 11. November begangen wird, und der Jahrestag der Unterzeichnung der ersten polnischen Verfassung vom 3. Mai 1791. Andere wichtige Feiertage in Polen sind: Internationaler Frauentag (8. März), Muttertag (26. Mai), Tag der Großmutter (21. Januar) und der Tag des Kindes (1. Juni).

Festmahl am Heiligabend: 12 verschiedene Gerichte gehören zum herkömmlichen Festmahl – fast ausnahmslos Fastenspeisen.

Flaki: Polnische Delikatesse aus fein geschnittenen und scharf gewürzten Kutteln in Fleischbrühe.

Floßfahrten



Ein nicht schiffbarer Nebenfluß der Wechsel schlängelt sich 247 Kilomter lang die Westkarpaten: der Dunajec. Aufstauungen haben bei Gorce über 300 Meter tiefe Gebirgsschluchten entstehen lassen. Und von hier aus wird eine etwa zweistündige Floßfahrt für Erwachsene zu einem unvergesslichen Naturschauspiel und Kindern märchenhaft-romantisches Abenteuer in Erinnerung bleiben.

Friedhöfe: Sie gelten Polen als Kultorte nationaler Geschichte. Ehrerbietung gilt vor allem den im Krieg Gefallenen.

Gdansk / Danzig



Geschichtsträchtige Hansestadt, die ihre wirtschaftliche Blüte im 16. Jahrhundert erlebte. In dieser Zeit entstanden die prächtigen Patrizier-Häuser in der Glowne Miaslo (Rechtsstadt). Größtenteils im Krieg zerstört wurden sie wieder in ihrer alten Schönheit aufgebaut. Herzstück Danzigs ist der Königsweg, so genannt, weil hier der polnische König bei seinen Besuchen entlang ritt. Er führt vom Hohen Tor durch die Langgasse zum Langen Markt. Zahlreiche Restaurants, fliegende Händler und Straßenkünstler beleben den historischen Königsweg. Das hat sich herum gesprochen. Über eine Millionen Touristen kommen jährlich. Mehr...siehe Tourismus/Gdansk.

Gniezno / Gnesen 



Etwa 50 km östlich von Posen gelegen, entwickelte sich Gnesen ab dem 9. Jahrhundert zum polnischen Zentrum des sich allmählich herausbildenden Staates der Piasten. 1025 wurde hier mit Boleslaw Chrobry der erste König Polens gekrönt. Bis 1320 blieb Gnesen Krönungsort und war lange Zeit das kulturelle Zentrum Polens. Der schon 965 gegründete Dom ist mit einer imposanten zweiflügeligen Bronzetür mit 18 Reliefs ausgestattet.

Handkuss: Wohl häufiger als sonst wo in Europa pflegen Polens Männer Frauen mit Handkuß zu begrüßen. Dieser Brauch kam im 17. Jahrhundert in Mode und wird auch heutzutage – jedoch unverbindlich – gepflegt.

Herbata (Tee): Lieblingsgetränk in Polen.

Historienschlacht bei Grünberg/Tannenberg

Während die deutsche Geschichtsschreibung von der "Schlacht bei Tannenberg" spricht, wird sie in Polen präziser lokalisiert als "Schlacht bei Grünwald" - und gehört seit dem 19. Jh. zum Nationalmythos des Landes. Sie zählt zu den größten Schlachten des Mittelalters.

Jedes Schulkind in Polen lernt, dass König  Władysław II Jagiełło, vom südlichen Krakau aufbrechend, nach zweimonatigem Marsch mit einer stattlich anwachsenden  Truppe im nördlichen Grünwald eintraf und sich mit dem litauischen Heer unter dem Großfürst Vytautas. vereinte (einem Verwandten des Königs).

Am 15. August 1410 begann die Schlacht gegen die als unbesiegbar gehaltenen Ritter des Deutschen Ordens. Acht Stunden lang dauerte das Gemetzel. In der polnisch-litauischen Geschichtsschreibung schwoll im Laufe der Zeit die Anzahl der getöteten Ordensritter  zwischen 50.000 bis 100.000 an. Historiker gehen heute davon aus, dass das Heer des Deutschen Ordens 27.000 Mann stark war und das des polnisch-litauischen 39.000 Mann umfasste.

Die schwere Niederlage der Ritter des Deutschen Ordens  leitete den Niedergang der Ordensherrschaft in Preußen ein sowie den Aufstieg Polen-Litauens zur europäischen Großmacht. 598 Jahre später, am 15.8.1998, fand die Schlacht erneut statt - jetzt als touristisches Historienspektakel. 2005 applaudierten bereits über 40.000 Zuschauer den mehreren Tausend Hobby-Rittern und Knappen, die nach einem strengen Regelwerk aufeinander losgehen. Den Gegner jedoch heute zu „töten“ ist nur erlaubt, sofern dieser es vorher akzeptiert, besagt eine der über 70 Schlachtenregeln. Eine andere verbietet den Einsatz verrosteter Waffen. Und Frauen "können nur als Bogen- und Büchsenschützen oder Marketenderinnen teilnehmen". 
Zur Gedenkschlacht 2010 werden 100.000 Besucher erwartet.

Hohe Tatra



Südlich von Krakau, etwa eine Autostunde entfernt, erheben sich Polens Alpen als Teil der Karpaten. Höchster polnischer Berg ist der Rysy mit 2.499 Metern - und Zakapone mit 30.000 Einwohnern das Wintersportzentrum. Seit Adam Malyszs den Ski-Adlern Schmidt und Hannawald Paroli bot, ist Zakopanes Bergpanorama deutschen Skisprung-TV-Enthusiasten bekannt – und rappelvoll. Außerhalb des Neujahr-Spektakels erschließt sich Besuchern ein Zakopane als Mittelpunkt einer Bergwelt, deren Bevölkerung, die Golaren, sich ihre Trachtenvielfalt und Bräuche erhalten hat – und in urtümlichen Häusern aus dunklem Holz lebt. 

Holzkirchen



In der sanften und nahezu unberührten Hügellandschaft der Karpaten Südostpolens liegen wie Juwelen eingebettet 123 Gotteshäuser, 39 orthodoxe Kirchen, 25 Dorf- und Kleinstadtensembles, 14 Herrenhäuser und 9 Freilichtmuseen – allesamt aus Holz gebaut, viele darunter aus dem 15./16. Jahrhundert datierend und über die Zeit liebevoll gepflegt. Sechs Holzkirchen hat die UNESCO zum Weltkulturerbe erhoben. Die älteste stammt aus dem 14. Jahrhundert und befindet sich im Dorf Haczow.
Mehr...siehe TOURISMUS/Holzkirchen.

Kalwaria Zebrzydowska



33 Kilometer von Krakau entfernt bettet sich der Wallfahrtsort malerisch in die Makurski-Biskiden – von der UNESCO unter der Bezeichnung „Religiöser Naturpark“ zum Weltkulturerbe erhoben. Die Geschichte des Wallfahrtortes reicht zurück ins frühe 17. Jahrhundert, als Krakaus Bürgermeister hier ein Kloster mit Kalvarienberg nach Jerusalemer Vorbild errichten ließ. Die schnell zur Pilgerstätte avancierte Klosteranlage zählt 42 Kapellen mit den berühmten Kalvarienwegen, die sich auf natürliche Weise in die Landschaft betten. Die Gesamtlänge des Kreuzweges beträgt sechs Kilometer, führt u.a., zur herzförmigen Marienkapelle, dem Palast von Pontius Pilatus sowie dem Grabmal der Jungfrau Maria und dem Sarkophag der Muttergottes. Zehntausende Pilger finden sich jährlich ein zum Mysterienspiel „Der Leidensweg Christi“. Wie seit über 270 Jahren ziehen dann Einheimische von Kapelle zu Kapelle und stellen die Szenen der Kreuzigung Jesu dar. Wochen später, anlässlich Maria Himmelfahrt, folgt ein weiteres Mysterienspiel.

Kaschubische Schweiz



Nördlich von Gdansk/Danzig gelegen erschließt sich ein bizarres Moränengebiet mit bis zu 300 Meter hohen Bergen und über 250 meist kristallklaren Seen, umgeben von endlosen Laub- und Mischwäldern. Es ist die Heimat der slawischen Volksgruppe der Kaschuben, die hier ihre Traditionen pflegt und kaschubisch statt polnisch spricht. Ein Kaschube hat es zum Literatur-Nobelpreisträger gebracht: Günter Grass.

Kasza gryczana: Buchweizengrütze als Beilage zu Kartoffeln und Fleisch.

Katholiken



Nur Irland ist wohl noch hochprozentiger katholisch als es die 95,8 Prozent der 38,2 Millionen Polen sind. Zahlen dazu aus der Datenbank des Vatikan: 45 Bistümer, 10.144 Pfarreien, 133 Bischöfe, 22.221 Diözesan-Priester, 6325 Ordenspriester, 28.546 Priester gesamt, 23.304 Ordensschwestern und 78.438 Seelsorge-Mitarbeiter. Ein Priester versorgt statistisch 1.238 Polen. 6.248 Priester stehen derzeit in der Ausbildungsschleife. Besondere Volksfrömmigkeit gilt der Gottesmutter Maria – seit sie im 17. Jahrhundert vom polnischen König Jan II Kazimierz in einem symbolischen Akt zur Königin Polens gekrönt wurde. Ergo ist der 15. August (Maria Himmelfahrt) Feiertag.

Kleine Karlsbrücke



In der pittoresken Altstadt von Klodzko / Glatz steht so zu sagen die gotische Tochter der Prager Karlsbrücke. 

Krakow / Krakau

 

Die schönste Stadt Polens zählt mit über 3.500 historischen Bauwerken zu den schönsten der Welt. Der historisch erhaltene Stadtkern ist von der UNESCO zum Weltkulturerbe erhoben. Auf einer mächtigen Anhöhe, dem Wawel, thront der Residenz- und Krönungspalast. Der mittelalterliche Marktplatz, 200 x 200 Meter im Quadrat, ist der größte Europas mit den prächtigen Tuchhallen im Renaissance-Stil. Die Marienkirche schmückt ein Altar des Nürnberger Kunstschnitzer Veit Stoß, der in Krakau Karriere machte und zur honorigen Gesellschaft gehörte. Auf die 36 Museen verteilt sich ein Viertel der gesamten musealen Bestände Polens – über zwei Millionen Exponate. Als führende Universitätsstadt vereint Krakau historisches Ambiente mit studentischem Flair.
Mehr...siehe TOURISMUS/Krakau.

Krowki: Von den Polen „Kuhbonbons“ genannt und begehrt wegen seines Toffee-Geschmacks.

Kurorte:  Über 40 Kurorte haben sich mittlerweile auf westliche Standard eingerichtet – zu durchweg günstigeren Preisen. Hauptzielgruppe sind Deutsche mit zu kurierenden Wehwehchen, entsprechend mangelt es nicht an deutschsprachigem Personal. Die deutlich geringeren Tagessatzkosten werden zunehmend von deutschen Krankenkasssen honoriert. Mehr...siehe TOURISMUS/Kurorte.

Lodz / Lodsch



Andrzej Wanda hat mit seinem Film „Das gelobte Land“ der zweitgrößten Stadt Polens ein Denkmal gesetzt. Er schildert darin den rasanten Aufstieg des Provinznestes zu einem der wichtigsten Textilzentren Europas im 19. Jahrhundert. Prachtvolle Paläste der Fabrikherren entlang der über fünf Kilometer langen Einkaufsstrasse geben Zeugnis dieser stürmischen Zeit ab. Auch der Deutsche Wilhelm Scheibler hatte hier Karriere gemacht. Die Bilder zeigen seine Fabrik – und das Mausoleum. Inzwischen haben Cineasten Lodz längst in „Holly-Lodz“ umbenannt. Einmal jährlich findet hier das weltweit größte Treffen der Kameramänner auf der CAMERIMAGE statt. Die Filmhochschule von Lodz umschwebt gleichsam sakrales Flair. Waida, Polanksi und Janda beispielsweise haben hier ihr Handwerk gelernt.

Marzanna



Eine altslawische mythische Gottheit, die mit Winter, Nacht und Tod assoziiert wird. In ländlichen Regionen wird heute noch zu Ostern seine Verbrennung bzw. Ertränkung veranstaltet. Dabei wird eine in Lumpen gekleidete Strohpuppe, die Marzanna, öffentlich in einer Prozession verbrannt oder ins Wasser geworfen. Dadurch soll der Winter endgültig ausgetrieben werden.

Marienburg in Malborg



Vor Gdansk/Danzig gelegen steht hier die größte mittelalterliche Festungsanlage Europas. Seit dem späten 13. Jahrhundert diente sie den Kreuzrittern als Hauptquartier. Auf 20 Hektar erstreckt sich der gewaltige Backsteinkomplex mit Hochschloß, repräsentativem Mittelschloß und dem Palast der Hochmeister. Heute sind in den Gebäuden Kunstsammlungen ausgestellt, darunter die wohl wertvollste Bernsteinsammlung. 1997 wurde die Marienburg zum UNESCO-Welterbe erhoben.

Nationalparks: Drei von insgesamt 23 Nationalparks sind in diesem Glossar so zu sagen stellvertretend vorgestellt. Mehr...siehe TOURISMUS/Nationalparks.

Ostseeküste und Pommern



Breite Sandstrände vor reizvollen Steilküsten ziehen sich über 500 Kilometer Länge hin. Befreit vom Kommunismus ist seither viel investiert worden in neue Hotelanlagen, Restaurants und Cafes – und in die Restaurierung verträumter Fischerdörfer. Landeinwärts erstreckt sich die Pommersche Seenplatte mit über 200 Gewässern. Die teilweise miteinander verbundenen Seen erlauben ausgedehnte Wasserwanderungen mit dem Kajak. Genau so beliebt ist die wald -und seenreiche Region bei Radfahrern, Zufußtouristen – und Jägern und Anglern mit Erlaubnisschein.

Ostrodzki - Elblaski / Oberlandkanal

Er zählt zu den größten touristischen Attraktionen Polens, denn auf dem etwa 140 Kilometer langen Kanalsystem werden die Ausflugschiffe ab Elbing über fünf geneigte Schleusen gezogen, um die enormen Höhenunterschiede auszugleichen. Eine Schifffahrt auf Schienen – gibt es weltweit nur in den Masuren. Kajaks und Kanus können für Exkursionen gemietet werden zu etwa 30 Zloty Tagessatz.


Oscypek

Bei einem Besuch in den Bergen sollte man unbedingt den Schafskäse Oscypek probieren, den es in dieser Art an keinem anderen Ort der Welt gibt. Er hat die Form von zwei miteinander verbundenen Kegeln. Und weil für die Bergbewohner neben der Qualität auch die Ästhetik zählt, sind diese Käsestückchen mit schönen Ornamenten verziert. Oscypek ist nicht nur eine Köstlichkeit, sondern auch ein lecker-süßlich-pikantes Reiseandenken an  die Tatra – Region um Zakopane.

Pierniki: Eine Thoruner Lebkuchenspezialität, deren Tradition ins Mittelalter zurückreicht. Das Wissen um die Rezeptur und Ofenhitze mit Zeitfaktor will gelernt sein und wird bei Erfolg mit dem Zertifakat "Pierniki-Bäcker" geadelt. Das Rezept sei hier gelüftet - man nehme für den Swiatteczne pierniki::60 g Mehl, 20 g Honig, 5 g Butter, 1 gestrichener TL Natron, 1/3 Glas Milch, 1 Tüte Lebkuchengewürz, dazu die Glasur aus ½ Eiklar, 2 EL Staubzucker und 1 TL Zitronensaft. Nach dem Backen ist der Lebkuchen knallhart, wird erst nach Tagen mürbe – und bleibt dann lange haltbar als Gaumenschmauß. Mehr...siehe Polnische Küche.

Pierogi

Teigtaschen, meistens mit süsser Quark- oder mit Sauerkrautfüllung. 

Polonaise



Ein feierlich geschrittener Tanz, der im 16. Jahrhundert von den polnischen Würdenträgern als eine Huldigung an Polen getanzt wurde - im 4 / 4 -Takt. Frankreichs König Heinrich III sorgte dann, nach 1700, für höfische Verbreitung – im 3 / 4 -Takt. Joh. Sebastian Bach schrieb stark stilisierte Polonaisen, während jene von Ludwig van Beethoven, Carl Maria von Weber, Franz Liszt und Frederic Chopin die ursprüngliche Beschwingtheit und Würde wieder zur Geltung brachten. Heute wird die Polonaise oft als Einleitung zu Bällen getanzt (Fächerpolonaise). Und in Deutschland als „Polonäse Blankenese“ zwischen Tisch- und Stuhlreihen stampfend gegrölt.

Poznan / Posen



Wer mit der Straßenbahn nach Malta fährt, kann dort auch im Sommer über die Ganzjahres-Skipiste brettern. Die Erklärung: Malta ist ein großer Erholungsplatz am Rande der Handels- und Messestadt. Malta gibt aber auch den Namen für eins der größten europäischen Straßenfestivals. Tausende Schauspieler und Gaukler aus aller Welt nehmen jährlich daran teil. Das im Krieg zerstörte Stadtzentrum präsentiert sich wieder in mittelalterlicher Romantik. Jeden Mittag um 12 Uhr erklingt im von italienischen Baumeister Giovanni Batista di Quadro um 1550 errichteten Rathaus das Turmlied. Dann öffnen sich die Türen über der Turmuhr und die berühmten Posener Böckchen springen hervor.

Ptasie mieczko („Vogelmilch“): Schaumige Pralinen mit Schokolade überzogen; am leckersten sind jene mit Vanille-Geschmack.

Riesengebirge

 

Heimat des launischen Riesen Rübezahl, der gute Menschen der Sage nach mit Heilkräutern beschenkte, sich aber schwer an ihnen rächte, wenn sie ihn als Rübezahl ansprachen. Denn seinen Namen empfand er als Verspottung – weshalb Kräutersammler ihn schmeichelnd mit „Herr Johannes“ begrüßten. Ein anderer Johannes, Goethe, schwärmte mystifizierend vom Riesengebirge, das Caspar David Friedrich in romantisierenden Stimmungsszenarien malte. Prompt schlugen hier etliche Künstlerkolonien ihre Wurzeln, aber auch zahlreiche Adlige und Berliner Fabrikanten zogen die Berichte und Bilder in ihren Bann. Am Fuße der Schneekoppe ließen sie sich von berühmten Baumeistern Residenzen bauen. Auch Preußens Stararchitekt Schinkel (Brandenburger Tor) verdiente sich hier ein Zubrot. So entstand allein im Hirschberger Tal eine der schlossreichsten Regionen Europas – die in der Ära des Kommunismus verwilderte. In den letzten 15 Jahren sind die Residenzen und Schlösser aus ihrem Dornröschenschlaf zu attraktiven Hotels erwacht. Abstecher ins Eulengebirge, das Waldenburger und Glatzer Bergland und östlich anschließend in die Schlesischen Biskiden vervollständigen das Erlebnis einer märchenhaften Gebirgslandschaft. Die Bärenhöhle von Kletuo ist ein touristischer Magnet. Vor allem aber für Polen ist das Paulinerkloster auf dem Berg Jasna Gora in Czestochowa / Tschenstochau ein nationales Heiligtum. Siehe: Schwarze Madonna.

Slowinski-Nationalpark



Über 250 Vogelarten, Seehunde, Rotwild, Füchse, Dachse, Waschbären, Reptilien und Amphibien leben hier in urwüchsiger Natur mit Waldzonen und Wanderdünen hinter vorgelagerten, paradiesischen Ostsee-Stränden. Vor rund 5000 Jahren formten sich die Wanderdünen aus dem Sand, den das Meer ans Land spülte – und wandern Jahr für Jahr um etwa zehn Meter vorwärts. Hier wie auch in reizvollen Fischerdörfern ist zivilisatorischer Streß im Nun wie vom Winde verweht. Die Maler Max Beckmann und Schmidt-Rottluff zog es in diese majestätische Stille.
Mehr...siehe TOURISMUS/Nationalparks.

Smigus-dyngus: Sollten Sie Ostermontag in Polen sein, reagieren Sie gelassen darauf, mit Wasser bespritzt zu werden. Andere Länder, anderen Sitten.

Sopot / Zoppot



In gebührender Entfernung vom Slowinski - Nationalpark ist das einst vornehmste Seebad an der gesamten Ostseeküste aus kommunistischer Lethargie wieder erwacht. Die hölzerne Brücke aus dem 19. Jahrhundert ist mit 512 Meter die längste Europas. Links und rechts erstrecken sich breite Sandstrände. Viele der hübschen Villen im Strandviertel sind liebevoll restauriert worden. Neu hinzugekommen ist das „Betrunkene Haus“ mit Restaurants, Cafes und einem kaschubischen Markt. Klaus Kinski, Zoppoter Kaschube, hätte es wohl gefallen. Musikfestivals finden in der 4500 Besucher fassenden Waldoper statt, und dann rühmt sich Sopot seit 1898 der einzigen Pferderennbahn der Welt mit Meeresblick. Und einem Skilift auf dem nahe gelegenen, 110 Meter hohen Berg Lyse Gora.

Szczecin / Stettin



Schon 1278 gehörte Stettin der Hanse an, Polen gilt die Hafenstadt heute als „Tor zur Welt“. Im späten 19. Jahrhundert wurde sie vom Pariser Stadtplaner Haussman nach französischem Vorbild umgestaltet. Davon künden die 12 breiten, sternförmig zulaufenden Alleen zum pl. Grunwaldzki. Wie in Paris laden die Terrassencafes bis spät in die Nacht zu Wein, Bier und gutem Essen ein. Bedeutendstes Bauwerk Stettins ist das am Steilufer der Oder gelegene, schon von weitem sichtbare Schloß der Pommerschen Herzöge: ein mächtiges Renaissance-Schloß, dass 1944 zerstört und bis 1982 vollständig rekonstruiert wurde. Seither ist es kulturelles Zentrum der Stadt mit Oper und Operette, Theater, Kinos, Museen, Galerien, Kneipen und Restaurants. All das hat man bestens im Überblick von der Aussichtsplattform des 59 Meter hohen Schlossglockenturms. Stettin ist eine lebendige polnisch-deutsche Studentenstadt. Anna Milejska startete hier ihre Karriere mit dem Studium der Germanistik.

Schwarze Madonna



3,2 Millionen Pilger huldigten vergangenes Jahr dem Bildnis  der  Schwarzen Madonna im Paulinerkloster Jasna Gora in Częstochowa  (Tschenstochau) – 200.000 mehr als im Jahr 2010. Das ikonografisch gemalte Gnadenbild der Jungfrau Maria ist die heiligste Reliquie Polens und wird als nationales Symbol verehrt.

Geschichte und Legende: Obwohl der Dreißigjährige Krieg zwischen Katholiken und Protestanten 1648 mit dem Westfälischen Frieden beigelegt worden war, trieb es den protestantischen Schwedenkönig ins katholische Polen. Im Winter 1655 belagerte sein Heer mit 3000 Soldaten Częstochowa (Tschenstochau) mit dem schwer befestigten Paulinerkloster aus dem 14. Jahrhundert. Nur etwa 260 Verteidiger widerstanden der Belagerung, worauf sich die Schweden nach 40 Tagen zurückzogen. Dieses Wunder wurde von den Belagerten dem Bildnis der Schwarzen Madonna im Paulinerkloster zugeschrieben. Ein Jahr später krönte sie  König Johann II. Kasimir symbolisch zur Königin Polens. Jährlicher Höhepunkt in Jasna Gora ist ein  Mysterienspiel, in  dem der „Leidensweg Christi“ bis zu seiner Kreuzigung nachgelebt wird.

Tlusty czwartek bzw. Fetter Donnerstag: An diesem Tag essen Polen Unmengen von klebrigen Pfannkuchen oder Berlinern mit verschiedenen Füllungen. Im Mittelalter war der „Fette Donnerstag“ Auftakt der „Fetten Woche“. Bis einschließlich Aschermittwoch durften sich Katholiken vor der Fastenzeit noch einmal richtig den Magen voll schlagen. Von diesem Brauch ist heute nur der „Fette Donnerstag“ geblieben.

Torun /Thorn



Geburtsort von Nikolaus Kopernikus, der das seit 1300 Jahren geltende Weltbild in Frage stellte. Nicht die Erde, sondern die Sonne sei nach seinen Berechnungen universeller Mittelpunkt. Die katholische Kirche reagierte taubstumm, Luther verspottete Kopernikus als Narr. Torun zelebriert Kopernikus. Ein anderer Toruner, ein Bäcker, ist namentlich nicht überliefert. Aber nach seiner Rezeptur aus dem Mittelalter wird seither der berühmt-leckere Toruner Lebkuchen gebacken. Zu Recht stolz ist Torun auf die Weihung der UNESCO, die das seit Jahrhunderten unverändert erhaltene
Altstadtensemble zum Weltkulturerbe erhob als eine der schönsten Städte Europas mit mittelalterlichen Stadttoren, Wehrtürmen, einer entlang der Weichsel erhaltenen Stadtmauer und vielen pittoresken mittelalterlichen Bürgerhäusern.
Mehr...siehe TOURISMUS/Torun.

Trinkhonig: Altpolnisches Elixier.


UNESCO - Weltkulturerbe: Als Land mit einer über tausendjährigen Geschichte und reichen Traditionen bietet Polen ein imposantes Kulturgut. Allein 11 historische Attraktionen hat die UNESCO in die Liste "Weltkulturerbe - Schätze der Menschheit" aufgenommen.
Mehr... siehe TOURISMUS/UNESCO-Weltkulturerbe.

Unterwelt



Kaum zehn Kilometer vom Weltkulturerbe Krakau entfernt befindet sich ein weiteres UNESCO-Weltkulturerbe – das Salzbergwerk von Wieliczka. Seit dem 13. Jahrhundert wurde hier Salz abgebaut, Jahrhunderte lang die wichtigste Einnahmequelle Polens. Entstanden ist eine gigantische Unterwelt mit über 2000 Kammern in bis zu 327 m Tiefe, unterirdische Seen verteilen sich auf mehreren Ebenen. Die frommen Kumpels haben sich Kapellen und eine kathedralengroße Halle aus dem Salz gehauen und ausgeschmückt mit wundervollen Plastiken und Wandrelief. Ein Hospital wurde inzwischen umfunktioniert in eine einzigartige unterirdische Heilstätte. Heute finden in dieser bizarren Unterwelt Konferenzen, Bankette, Hochzeiten, Sylvesterbälle, Sportveranstaltungen und Konzerte statt. Für Touristen verläuft eine 3,5 km lange Besichtigungsstrecke durch 20 Kammern und Kapellen.
Mehr...siehe TOURISMUS/UNESCO-Weltkulturerbe/Salzbergwerk.

Warszawa /Warschau



In grauer Vorzeit angelten die beiden Fischer Wars und Zawa in der Weichsel, als eine Nixe sie beschwor, dort eine Stadt zu bauen. Sie werde unzerstörbar sein. Die Nixe ziert heute das Stadtwappen – und symbolisiert den Warschauern den unzerstörbaren Willen zum Wiederaufbau. Im Krieg dem Erdboden gleichgemacht haben sich mit dem Wiederaufbau polnische Restaurateure weltweite Anerkennung verdient. Warschaus Altstadt ist das einzige von der UNESCO erhobene Weltkulturerbe – als perfekte historische Rekonstruktion. Auch außerhalb der Altstadt entstanden historische Baudenkmäler wie Phönix aus der Asche, darunter das Königsschloß mit der 22 Meter hohen Sigismund-Säule, die 1644 zur Erinnerung an König Sigismund III errichtet worden war. Mehr...siehe TOURISMUS/Warschau.

Weihnachten: Katholische Polen essen Weihnachten Karpfen, während sich protestantische Polen die Gans schmecken lassen, die drei Tage vorher geschlachtet wird. Unter die Tischdecke wird Heu gelegt im Gedenken an die Krippe. Oplaten als Zeichen für die Gegenwart Christi werden rundum angeboten.

Wodka: Wird entweder klar, z.B. Wyborowa, oder mit Aromen, z.B. Grasowka, Zoladkowka angeboten.

Wroclaw / Breslau



„Blume Europas“ nannte man Breslau einst. Im Krieg zu drei Vierteln zerstört blüht die Stadt heute schöner als je zuvor. Der historische Stadtkern wurde vollständig wiederaufgebaut. Der Marktplatz zählt zu den größten Europas – mit einer Ansammlung an Restaurants und Kneipen wie sonst nirgendwo in Europa. Das liegt vor allem an den über 100.000 Studenten und Studentinnen, die die einstige „Blume Europas“ nach historischem Wiederaufbau mit studentischem Flair beseelen. Mehr...siehe TOURISMUS/Breslau.

Zamocz

 

Im Südosten Polens gelegen und als „Perle der Renaissance“ zum Weltkulturerbe erhoben. Aus dem Nichts war in nur zwanzig Jahren von 1580 bis 1600 diese städtische „Perle“ entstanden. Hauptbaumeister war der Italiener Morando, sein Auftraggeber Jan Zamoyski. Der hatte sich als Politiker und erfolgreicher Heerführer einen Namen gemacht, aber lag zeitlebens quer mit den höfischen Anweisungen aus Krakau. Zamosc sollte deshalb Krakau prunkvoll in den Schatten stellen. Gelungen ist es nicht, dafür aber ein städtebauliches Projekt erwachsen, dass einzigartig in Europa ist: Renaissance-Baustil pur mit dem schönsten Rathaus Polens in einem Stadtkern nach italienischem Vorbild.

Zurek



Beliebte saure Mehlsuppe mit Wurst und Kartoffeln.

 
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