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Pädophilen droht chemische Kastration Drucken E-Mail

Polen hat härtere Gesetze gegen Kindesmissbrauch auf den Weg gebracht: Als erstes EU-Land will es die sogenannte chemische Kastration erlauben. Der Sexualtrieb von verurteilten Pädophilen und Inzesttätern wird dabei mit Arzneimitteln unterdrückt. Dem von der Tusk-Regierung eingebrachten Gestzesantrag stimmten am Freitag im polnischen Unterhaus 400 Abgeordnete zu bei nur einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen; eine entsprechende Verabschiedung im polnischen Senat ist reine Formsache.

Der Entwurf sieht vor, dass ein verurteilter Pädophiler oder Inzesttäter zur Teilnahme an einer entsprechenden pharmakologischen Therapie gezwungen werden kann. Das Gericht muss dazu die Gutachten von Psychiatern und Sexualforschern berücksichtigen.

Bei der chemischen Kastration werden mit Arzneimitteln Sexualhormone blockiert, so dass der Sexualtrieb unterdrückt wird. Vergewaltigung Minderjähriger wird in Polen bislang mit Haftstrafen von bis zu zwölf Jahren geahndet, mit dem neuen Gesetz sind bis zu 13 Jahre möglich. Die Gesetzentwurf war eingebracht worden, nachdem im September 2008 ein 45-jähriger Mann festgenommen worden war, der jahrelang seine Tochter missbraucht und mit ihr zwei Kinder gezeugt haben soll.

AFP/Spiegel Online/ds/26.09.2009

 
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