Wroclaw/Breslau Drucken E-Mail
  
  

Wroclaw/Breslau zählt zu den dynamischsten Städten in Polen. Altes wird hier sorgsam gepflegt, das Neue phantasievoll gestaltet. Dass hier der europäische Geist besonders ausgeprägt ist, dürfte auf die wechselhafte 1000jährige Geschichte der niederschle-sischen Metropole zurückzuführen sein. Die Stadt zählt etwa 640.000 Einwohner.

Sehenswürdigkeiten

Am Ende des 2. Weltkrieges war Wroclaw zu drei Vierteln zerstört. Heute erstrahlt das Stadtzentrum im neuem Glanz. Bedeutendstes Baudenkmal ist das gotische Rathaus am Rynek. Es wurde im 13. Jh. begonnen und bis zum 16. Jh. immer wieder um- und ausgebaut. Die Ostfassade schmücken zahlreiche Ornamente sowie eine astronomische Uhr aus dem Jahr 1580.

An der Südseite des Rathauses findet sich der Eingang zur Piwnica Swidnicka, dem Schweidnitzer Bierkeller. Seit dem 15. Jahrhundert fließt dort der Gerstensaft. Im Jahr 2003 wurde das Restaurant nach umfassender Sanierung wieder eröffnet. Das Städtische Museum im Rathaus organisiert große Kunstausstellungen. Schönster Saal ist der Remter im 1. Stock des Gebäudes.

Den alten Markt und den benachbarten Salzmarkt, Plac Solny, umgeben schöne Bürgerhäuser, die im gotischen und barocken Stil wieder aufgebaut wurden. Das prächtige Greifen-Haus beherbergt in seinem riesigen Kellergewölbe ein bekanntes Restaurant.

Vom Turm der gotischen Elisabeth-Kirche bietet sich ein phantastischer Blick auf die Altstadt. Sehenswert im Inneren sind die zahlreichen Epitaphen der begütertsten Breslauer Familien. Die Maria-Magdalena-Kirche am Markt stammt aus dem 14. Jahrhundert, das wertvolle romanische Portal ist noch 200 Jahre älter.


Die Dominsel, Ostrów Tumski, gilt als ältester Teil der Stadt.
Spuren einer ehemaligen Fürstenburg stammen aus dem 9. und 10. Jahrhundert. Heute finden sich dort mehrere sehenswerte Sakralbauten. Der zweitürmige Johannesdom entstand zwischen dem 13. und 14. Jh., die St. Ägidienkirche und die Kirche St. Martin reichen bis ins 12. Jh. zurück. Seit im 19. Jahrhundert ein Nebenarm der Oder zugeschüttet wurde, ist die Bezeichnung Dominsel nur noch historisch. Bis heute ist das Viertel eine Oase der Stille. Jeden Abend dreht hier der Laternenanzünder noch seine Runde. Vor der Dominsel starten Ausflugsschiffe und kleine Gondeln zu Rundfahrten auf der Oder.

Die benachbarte Sandinsel, Wyspa Piaskowa, wird nach wie vor von der Oder umflossen. Die dortige Kirche St. Maria auf dem Sande entstand im 14. Jahrhundert und besitzt einige wertvolle gotische Altare.

Die belebte ul. Swidnicka/ Schweidnitzer Straße, größtenteils als Fußgängerzone gestaltet, ist die wichtigste Einkaufsstraße. Neben mehreren Kaufhäusern finden sich hier auch zahlreiche Restaurants und Cafés, ein Theater und das von Carl Gotthard Langhans im klassizistischen Stil entworfene Opernhaus.

Am Ufer der Oder liegt das frisch sanierte Hauptgebäude der 300 Jahre alten Universität. Die kunstvoll ausgemalte Leopoldina-Aula (Foto oben), einer der wertvollsten Barockräume Polens, kann besichtigt werden. In direkter Nähe befindet sich das ebenfalls frisch sanierte Ossolineum, in dem wertvolle Bücher und Handschriften aufbewahrt werden.

Architekturinteressierte finden in Wroclaw einige bedeu-tende Bauwerke der klassischen Moderne. Im frühen 20. Jahrhundert wirkten hier nam-hafte Baumeister wie Max Berg, Erich Mendelsohn, Hans Poelzig und Hans Scharoun.

Wichtigstes Bauwerk aus dieser Epoche ist die 1913 fertig gestellte Jahrhunderthalle, heute Hala Ludowa (Foto), am Rande des Scheitniger Parks. Die Kuppel mit 65 Metern Durchmesser war damals das größte frei tragende Bauwerk. In dem gewaltigen Rundbau würde der Petersdom dreimal Platz finden. Unweit davon befindet sich das heute als Hotel genutzte Ledigenheim, ein Frühwerk von Hans Scharoun. Sehenswert ist auch das von Erich Mendelsohn entworfene ehemalige Kaufhaus Petersdorff an der ul. Szczewska in der Nähe des Ryneks.

Auf dem alten Jüdischen Friedhof in der ul. Slezna 37 kann man die Grabstätten von bekannten Wissenschaftlern oder Kaufleuten finden. Auch der Gründer der Sozialdemokratie, Ferdinand Lassalle, und die „schlesische Nachtigall" Friedericke Kemper fand dort ihre letzte Ruhestätte. Die von Carl Ferdinand Langhans errichtete Synagoge „Unter dem Weißen Storch" hat den Krieg und die Nachkriegszeit nur mit schweren Schäden überstanden. Nach der Grundinstandsetzung bildet das klassizistische Bauwerk an der ul. Wlodkowica wieder das Zentrum des Jüdischen Lebens in der Stadt.

An den Ufern der Oder und in vielen Breslauer Parks findet man seine Ruhe. Schönste Grünanlage ist der nach Entwürfen von Peter Joseph Lenné angelegte Park Szczytnicki/ Scheitniger Park.

Am Rande lädt der Japanische Garten „Hakkoen" zur vollkommenen Entspannung ein. Der nahe gelegene Zoologische Garten wurde bereits im Jahre 1865 gegründet und gilt als älteste und größte Einrichtung dieser Art in Polen.

Der Slowackiegopark ist bekannt für sein sehr gutes kulturelles Angebot. Die mit Abstand bedeutendste Kulturveranstaltung in der Oderstadt ist das Festival Wratislavia Cantans, das alljährlich im September stattfindet. In mehreren historischen Räumen und Kirchen der Stadt werden in dieser Zeit klassische Konzerte, Oratorien und Kantaten mit mehreren Tausend Mitwirkenden dargeboten. Parallel dazu gibt es Kunstausstellungen und Tanzaufführungen.
Infos:
www.wratislavia.art.pl.

Bereits seit 1964 findet regelmäßig im Mai das renommierte Festival „Jazz an der Oder" statt. Ein weiteres kulturelles Highlight ist die Internationale Graphik-Triennale, die alle drei Jahre in den Sommermonaten stattfindet. Die zweijährig stattfindenden Ausstellung „WRO" ist der multimedialen Kunst gewidmet,
www.wrocenter.pl

Klassik

Durch ihre originellen Megaaufführungen hat sich die Breslauer Oper einen Namen gemacht. Unter anderem fand im Jahr 2003 eine viel beachtete Sommeraufführung der Oper Cioconda auf einer schwimmenden Bühne vor der Dominsel statt. Die berühmte Jahrhunderthalle ist Aufführungsort für die Wagner-Opern in den Jahren 2004 und 2005. Das Gebäude der Oper selbst ist wegen Renovierungsarbeiten im Moment noch geschlossen. Infos und Karten:
Opera Wroclawska, ul. Swidnica 35, Tel. 071-370 88 00,
www.opera.ies.com.pl
Philharmonie, ul. Pilsudskiego 19, Tel. 071-342 24 59, www.filharmonia.wroclaw.pl
Teatr Muzyczny (Operette), ul. Pilsudskiego 14, Tel. 071-343 80 51, www.teatr-muzyczny.pl

Restaurants

Das Angebot an polnischen und internationalen Restaurants und Cafés ist in Wroclaw sehr gut. Die meisten befinden sich am Rynek, dem benachbarten Pl. Solny und in der übrigen Altstadt. In den Sommermonaten haben die Terrassen bis spät in die Nacht geöffnet, anschließend geht in den zahlreichen Klubs in den historischen Gewölbekellern der Altstadt die Party weiter. Der mehr als 700 Jahre alte Schweidnitzer Keller unter dem Rathaus ist das älteste und bekannteste Lokal der Stadt. Hier finden gelegentlich auch Kleinkunstveranstaltungen statt. Das benachbarte Lokal Spiz im Keller des Neuen Rathauses ist vor allem für sein selbst gebrautes Bier bekannt. Originell ist das Restaurant Casablanca in der ul. Lodkowica 8a, das im Stil der 40er Jahre eingerichtet und mit Plakaten von Humphrey Bogart und Ingrid Bergmann dekoriert ist. Es bietet gute mediterrane Speisen und verfügt über einen schönen Sommergarten.
Info:
www.casablanca.online.pl

Klubs und Diskotheken

Wroclaw ist eine junge Stadt mit sehr vielen Studenten. Entsprechend vielfältig ist das Nachtleben. Vor allem im Bereich der Altstadt gibt es eine große Zahl von Klubs und Diskotheken. Zu den bekanntesten Klubs gehören die Radio-Bar unter dem Pflaster des Marktplatzes am Rynek 48 und die Diskothek Metropolis in der Kneipenpassage Niepolda, ul. Ruska 51. Ein beliebtes Studentenlokal mit Kellerklub ist das Pod Zielonym Kugutem/Unter dem grünen Hahn am pl. Teatralna 8. Einen guten Überblick über das Veranstaltungsprogramm gibt die regionale Ausgabe des kostenlosen Stadtmagazins City, das in vielen Kneipen und Restaurants ausliegt.

Ausstellungen

Muzeum Narodowe/Nationalmuseum, pl. Powstancow Warszawy,
Tel. 071-372 51 50,
www.mnwr.art.pl

Panorama von Raclawice, ul. Purkyniego 11, Tel. 071-344 16 61, www.mnwr.art.pl

Museum für Kunst im Historischen Rathaus, Rynek, Tel. 071-347 16 93, www.mmw.pl

Museum für Architektur, ul. Bernardynska 5, Tel. 071-344 82 78, www.ma.wroc.pl

Naturhistorisches Museum, ul. Sienkiewicza 21, Tel. 071-322 50 44

Museum der Breslauer Universität, pl. Uniwersytecki 1, Tel. 071-375 26 18

Galeria Awangarda, ul. Wita Stwosza 32, Tel. 071-790 25 81

Touristeninformation
Rynek 14, Tel. 071-344 31 11,
www.wroclaw.pl



 
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