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Die größten Feinde der Polen sind die Polen selbst Drucken E-Mail

Die Polen sind notorisch zerstritten. Zum Jahrestag des polnischen Unabhängigkeitstages am 11. November 1918 kritisierte der Historiker Professor Jan Ciechanowski in der Tageszeitung Polska die Zerstrittenheit seiner Landsleute: "Ja, die größten Feinde der Polen sind die Polen selbst - vor allem deswegen, weil sie ihre Siege nicht zu nutzen wissen. Wenn wir gegen irgendeine Macht aushalten mussten, so waren wir immer in der Lage, uns gegen diesen Feind zu einen.
Doch wenn es uns gelingt, einen Erfolg zu erreichen, dann beginnen wir sofort, uns zu zerstreiten, anstatt aus diesem Erfolg Nutzen zu ziehen. Roman Dmowski und Józef Piłsudski  (die politischen Führer in Polen am Anfang des 20. Jahrhunderts) konnten sich jedoch einigen, weil sie erkannt hatten, dass es den Interessen Polens nützt. Doch seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts bekämpfen wir uns gegenseitig - und das auch noch ziemlich verbissen."

Am gleichen Tag steht in der Dziennik Gazeta Prawna zu lesen:

Regierungspartei innerlich zerrissen

Nach zwei Jahren an der Regierung ist die Bürgerplattform (PO) noch immer keine funktionstüchtige Partei, schreibt die Tageszeitung Dziennik Gazeta Prawna. Das könnte ihrem bisher großen Erfolg schaden: "Die Bürgerplattform hat zwei Jahre ihrer Regierungszeit, auf die sie so lange gewartet hat, einfach verschwendet, weil sie die Gelegenheit verpasst hat, sich in einen funktionstüchtigen Organismus umzuwandeln, der westeuropäischen Parteien ähnelt. Sie ist nach wie vor eine politische Bewegung, die nur während der Wahlkampagne aktiv ist. Einzig ihr Anführer - Premier Donald Tusk - und ihr Erfolg bei den Umfragen schweißen die Bürgerplattform zusammen. Die Diagnose des Zustands der PO ist heutzutage eine Beschreibung von Widersprüchen. Einerseits ist das Bild des inneren Zustands der Partei fatal - es handelt sich dabei um Leute, die zerstritten sind und die sich hassen. ... Andererseits ist die Plattform ein Riese auf der politischen Bühne Polens, der bereits die kommenden Präsidentenwahlen, die Kommunalwahlen und bestimmt auch die Parlamentswahlen gewonnen hat - so sieht es jedenfalls derzeit aus.

eurotopics/ds/12.11.2009

 
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