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 FRÉDÉRIC CHOPIN (1810-49)

Pianist. Er ist Polens bedeutendster Komponist. Chopin wurde in Żelazowa Wola bei Warszawa geboren. Er verbrachte jedoch die meiste Zeit seines Lebens im Ausland, u. a. in Frankreich. Er schrieb fast ausschließlich Kompositionen für Klavier und Orchester: zwei Konzerte (f-Moll und e-Moll), "Variationen über ein Thema aus Mozarts ,Don Giovanni'"; sowie Solowerke für Klavier: drei Sonaten, zwei Fantasien, 27 Etüden, 25 Präludien, 16 Polonaisen, 57 Masurkas, 19 Walzer, 19 Nocturnes, vier Balladen, vier Scherzos und andere kleine Werke sowie Sololieder. Chopins Schaffen hatte auf die Musik Ende des 19., Anfang des 20. Jh. einen enormen Einfluss. Chopin ist 1849 in Paris gestorben. Dort wurde er auch begraben, sein Herz jedoch ist- gemäß seinem letzten Willen-  nach Polen zurückgekehrt. Es wurde in einen Pfeiler der Warschauer Heilig- Kreuz - Kirche eingemauert. An dieses Ereignis erinnert eine Inschrift auf dem Pfeiler: "Wo dein Schatz ist, dort ist auch dein Herz". Für sein Begräbnis hatte er sich ein Requiem von Mozart gewünscht.

 URSZULA DUDZIAK (geb. 1943)

Jazzsängerin. Schon am Anfang ihrer Künstlerkarriere sang sie in der bekannten Jazzband von Krzysztof Komeda. Durch die Zusammenarbeit mit ihrem späteren Mann Michał Urbaniak änderte sich ihr Stil. Ende der 60er Jahre gab sie viele Auslandskonzerte. Mit Erfolg trat sie mehrfach auch auf dem Festival Jazz Jamboree (1969-72) auf. 1973 entschied sich Dudziak für eine Karriere in den USA. Dort gab es Konzerte und eine Zusammenarbeit mit den besten Jazzsängern der Welt: mit dem Orchester Gil Evans, mit Archie Shepp, Lester Bowie und mit dem Vienna Art Ensemble. Ausgewählte CDs: "Super Constellation" (1973), "Ulla" (1982), "Jazz Unlimited" (1993) und "Journey, Saturation" (1994).

 MIKOŁAJ GÓRECKI (geb. 1933)

Komponist. Er ist Absolvent und war später Dozent der Musikakademie in Katowice. Hier wurde er auch Professor und war 1975-79 ihr Rektor. In den 60er Jahren schuf er mit Krzysztof Penderecki und Wojciech Kilar die polnische Avantgardeschule und eine neue Richtung der modernen Musik (Sonorismus). Sein wichtigster kompositorischer Erfolg ist die "III. Symphonie", die über 700 000 mal verkauft wurde. Er hat beeindruckend viel komponiert wie z. B. "Masurkas" für Klavier (1980), das "Streichquartett Nr. 1 op. 62. Es dämmert schon" (1988), ein "Flötenkonzert" (1992) und das Chorwerk "Komm, Heiliger Geist" (1993).

 WOJCIECH KILAR (geb. 1932)

Komponist. Neben Mikołaj Górecki und Krzysztof Penderecki hat er eine neue Richtung in der modernen Musik geschaffen: den Sonorismus. In seinem Schaffen beruft er sich oft auf die Tradition und lässt sich von Folklore und religiöser Musik inspirieren. Das zeigen z. B. die Werke "Krzesany" (ein Volkstanz aus der Region Podhale) und "Kościelec 1909". Er schuf Orchesterwerke ("Generique", "Choral-Präludium", "Orawa"), ein "Klavierkonzert", Vokal- und Instrumentalwerke ("Das Grau des Nebels", "Exodus" und "Angelus") sowie das Ballett "Maska". Viele Menschen konnte er auch mit seiner Filmmusik erreichen: für "Lalka" (1968, von Wojciech Has), "Das gelobte Land" (1975) und "Herr Thaddäus" (1999, beide von Andrzej Wajda). Er schrieb auch die Musik für das "Porträt einer Dame" (1996) von Jane Campion. Für Roman Polański komponierte er für die Filme "Der Tod und das Mädchen" (1994), "Die neun Pforten" (1999) und "Der Pianist" (2001). Für die Filmmusik zu "Bram Stoker's Drakula" von Francis Ford Coppola (1992) erhielt er einen Oscar.

 KRZYSZTOF KOMEDA-TRZCIŃSKI (1931-69)

Pianist, Komponist von Jazz und Filmmusik. Von seiner Ausbildung her war er Arzt. Er war der Wegbereiter des polnischen Modern Jazz. Er schrieb die Musik für die ersten Filme von Roman Polański wie z. B. "Das Messer im Wasser" (1962), "Ekel" (1965), "Wenn Kattelbach kommt" (1966) und "Rosemarys Baby" (1968). Seine vielversprechende Hollywoodkarriere wurde durch einen tragischen Unfall beendet, an dessen Folgen er während seiner Überführung nach Polen verstarb. Er wurde neben vielen anderen Berühmtheiten auf dem Warschauer Powązki-Friedhof beigesetzt.

 WITOLD LUTOSŁAWSKI (1913-94)

Komponist. Er war einer der größte Schöpfer des 20. Jh. Er studierte am Warschauer Konservatorium Klavier und Komposition. Außerdem studierte er Mathematik. Von den Universitäten in Warszawa, Kraków, Toruń, Chicago, Glasgow und Cambridge erhielt er die Ehrendoktorwürde. Er las an vielen Hochschulen, darunter in Essen, Kopenhagen und Stockholm. 1959-65 war er leitendes Mitglied der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik (Amsterdam) und in den darauf folgenden vier Jahren ihr Vizevorsitzender. Seine wichtigsten Werke sind: "Trauermusik" (1958), "Venezianisches Orchesterspiel / Gry weneckie na orkiestrę" (1961), "Streichquartett" (1964), "Konzert für Violoncello und Orchester" (1970) und "Vier Sinfonien" (1988). Zu seinem 80. Geburtstag wurde er mit dem prestigeträchtigen "Polar Music Prize", dem so genannten musikalischen Nobelpreis, ausgezeichnet. Dreimal erhielt er den Staatspreis ersten Grades. 1994 bekam er den polnischen Orden des Weißen Adlers.

 ADAM MAKOWICZ (geb. 1941)

Jazzpianist. Er ist ein Vertreter des Modern Jazz. Sein Debüt hatte er in den 60er Jahren. Er ist mit dem Ensemble von Tomasz Stańko verbunden. Ende der 70er Jahre zog er in die USA, wo er als einer der wenigen europäischen Musiker Erfolg hatte. Er arbeitete mit den berühmtesten Musikern zusammen. Dazu gehören u. a. Benny Goodman, Herbie Hancock, Earl Hines, Freddie Hubbard, Sarah Vaughan, Teddy Wilson und George Shearing. In den 90er Jahren hat er seine Position durch Konzerte mit sinfonischen Orchestern verstärkt, auf denen er speziell bearbeitete Klassik spielte.

 KRZYSZTOF PENDERECKI (geb. 1933)

Komponist und Dirigent. Professor an der Krakauer Musikakademie, Dozent an den Universitäten Essen und Yale. Seine Karriere begann 1959 auf einem Wettbewerb junger polnischer Komponisten, wo ihm drei erste Preise für "Emanationen", "Psalme Davids" und "Strophen" verliehen wurden. Er schuf u. a. "Threnos für die Opfer von Hiroshima" (1960), "Lukas-Passion" (1965), "Magnificat" (1974), "Sinfonie Nr. 2 (Weihnachtssymphonie)" (1980), "Bratschenkonzert" (1983), "Die sieben Tore von Jerusalem" (1996), "Messe" (1998) und "Credo" (2000). Er erhielt von vielen europäischen Hochschulen die Ehrendoktorwürde sowie viele hohe Auszeichnungen wie z. B. 2001 den prestigeträchtigen Prinz-von-Asturien-Preis der Künste. Dank seines innovativen kompositorischen Talents vermag es Penderecki verschiedene musikalische Stile zu verbinden.

 ZBIGNIEW PREISNER (geb. 1955)

Komponist für Film und Theater. Er schreibt auch Lieder. Jahrelang war er mit dem bekannten Krakauer Kabarett "Piwnica pod Baranami" verbunden. Weltweite Erfolge erzielte er mit der Musik für die Filmzyklen "Dekalog" (1989), "Drei Farben" (1993, 1994) und den Oscar-nominierten Film "Die zwei Leben der Veronika" (1991) in der Regie von Kieślowski. Er arbeitete mit Agnieszka Holland an "Europa, Europa" (1990) und "Der geheime Garten" (1994) sowie mit vielen französischen und amerikanischen Regisseuren zusammen. Seine Kompositionen sind nicht nur für den Film. So z. B. das zum Gedenken an Krzysztof Kieślowski verfasste "Requiem für meinen Freund" (1998) und die "Zehn leichte Klavierstücke" (1999). Zu seinen zahlreichen Preisen gehören zwei Cäsars für die Musik zu "Rot" (1994, von Krzysztof Kieślowski) und für "Elisa" (1995, von Jean Becker), ein Silberner Bär für "Die Insel in der Vogelstraße", (1997, von Sören Kragh-Jacobson) sowie einige Nominationen für den Golden Globe. Die Gesellschaft der Filmkritiker in Los Angeles wählte ihn dreimal zum Filmkomponisten des Jahres. Preisner wurde dreimal für den Oscar nominiert.

 ARTUR RUBINSTEIN (1887-1982)

Pianist. Er war einer der vortrefflichsten Pianisten des 20. Jh. und ein unvergleichlicher Chopin-Interpret. Er spielte klassische, romantische und moderne Musik. Dazu lernte er bei den besten Musikern in Berlin, wo er 1900 debütierte. Sein Leben ist eine kontinuierliche Tournee u. a. durch die USA, durch Österreich, Italien, England, Russland und Spanien, wobei er überall enthusiastisch empfangen wurde. Seit 1946 war er amerikanischer Staatsbürger.

 TOMASZ STAŃKO (geb. 1942)

Jazzmusiker. Er ist der hervorragendste polnische Jazztrompeter und ein Pionier des Avantgarde-Jazz. In den 60er Jahren leitete er das Quartett Jazz Darings und spielte anschließend in der bekannten polnischen Gruppe von Trzaskowski und Komeda. 1967-73 leitete er sein eigenes Quintett, das zu den besten polnischen Gruppen des Modern Jazz gehörte. In den 90er Jahren hat er für den Münchener Produzenten ECM Records eingespielt. In Stańkos Schaffen nehmen Kompositionen für Film und Theater einen wichtigen Platz ein. Ausgewählte CDs: "Jazz Jamboree '61", "Astigmatic" (1965), "Music for K" (1970), "Balladyna" (1975), "Grand Standard Orchestra" (1982), "Tomasz Stańko: Polish Jazz" (1989), "Abschied von Maria" (1993), "Mutter Joanna" (1995) und "From The Green Hill" (1999).

 KRYSTIAN ZIMERMAN (geb. 1956)

Pianist, Absolvent der Musikakademie in Katowice. Er ist einer der hervorragendsten Pianisten. Zu seinem Repertoire gehören u. a. Werke von Beethoven, Liszt, Schubert, Brahms, Chopin und Szymanowski. Er siegte auf vielen internationalen Wettbewerben wie z. B. beim Beethoven-Wettbewerb in Hradec Kralove (1973) und beim Warschauer Chopin-Wettbewerb (1975). In den 80er Jahren war er mit Leon Bernstein auf Welttournee. 1999 konzertierte er mit dem von ihm gegründeten Polnischen Festivalorchester in Europa. Seit 1984 wohnt er in Basel.

 
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