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Der Bund der Vertriebenen hat Günter Grass aufgefordert, die Einnahmen aus seiner Autobiografie «Beim Häuten der Zwiebel» vollständig an Nazi-Opfer in Polen zu spenden. Diesen Vorschlag machte ausgerechnet die in Polen heftig in der Kritik stehende Vorsitzende des Bund der Vertriebenen in einem Gespräch mit der "BILD"-Zeitung.

Die Vorsitzende Erika Steinbach sagte der «Bild»-Zeitung, das überraschende Geständnis des Schriftstellers, dass er als Soldat bei der Waffen-SS war, komme zwar dem Verkauf seines neuen Buchs zugute, er beschädige damit aber das Verhältnis zwischen Deutschland und Polen. «Als Geste der Versöhnung sollte er die Einnahmen aus dem Verkauf seines Buches komplett für die Opfer des Nationalsozialismus in Polen spenden», forderte Steinbach.

Die Politikerin selbst steht in Polen in der Kritik - aktuell wegen der Berliner Ausstellung zur Vertreibung. Der polnische Ministerpräsident Jaroslaw Kaczynski hatte vor der Eröffnung erklärt: «Wir wünschen uns, dass alles, was mit den Namen von Frau Steinbach in Verbindung steht, so schnell wie möglich endet, denn daraus entspringt nichts Gutes für Polen, für Deutschland, für Europa.» Die Polen kritisieren, dass die Ausstellung die Gründe der Vertreibung nicht klar aufzeigt.

AP/ds/230.8.2006

 
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