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Jeder dritte Pole glaubt an den Nikolaus Drucken E-Mail

32 Prozent der Polen glauben an den Nikolaus alias Santa Claus alias Saint Nicholas oder deutsch: Weihnachtsmann. 68 Prozent bezweifeln seine Existenz, ergab eine Befragung  des polnischen Ablegers von MillwardBrown SMG/KRC, dem weltweit größten Marktforscher.
Die Mehrzahl derer, die an den Nikolaus glaubt, bezieht sich auf den (griechischen) Bischof von Myra, der zwischen 270 und 346 n.Chr. lebte und Legenden zufolge armen Menschen (heimlich) geholfen und eine Reihe von Wundern vollbracht haben soll (Quelle: Wikipedia, siehe unten).

Vom  holländischen Sinterklaas abgeleitet wurde er ihm englischen Sprachraum zum Santa Claus und - Hollywood vorgreifend - 1823 mythologisiert mit fliegendem Rentier-Schlitten. Der Tradition nach bringt er den „braven“ Kindern an Heiligabend Geschenke und den „bösen“ eine Rute.

Unter denen, die nicht an Santa Claus glauben, zählen vorwiegend  die unter 30-Jährigen. „Offensichtlich ist der Glaube an Santa Claus altersbedingt. Kinder glauben an ihn -  und wieder später, wenn sie Kinder haben“, folgert Wojciech Holdakowski von SMG/KRC.

In der gleichen Befragung äußerten 75 Prozent der Polen, dass sie ein Weihnachtsgeschenk verdient haben, 18 Prozent halten sich nicht für würdig genug.

Schöne Legenden zur Weihnachtszeit

Nikolaus’ Wirken hat zu vielfältigen Legendenbildungen beigetragen, die im Laufe der Jahrhunderte dazu führten, dass er als einer der wichtigsten Heiligen angesehen wurde. Die Legenden basieren allerdings nicht nur auf (vorgeblichen) Taten des Bischofs von Myra, sondern auch auf denen eines gleichnamigen Abtes des Klosters Sion bei Myra, der später Bischof in Pinara war und 564 starb.

Stratelatenwunder
Nikolaus lernt drei oströmische Feldherren (griech. στρατηλάτης (stratelates) = Feldherr) kennen, die er zu sich nach Myra einlädt. Diese werden Zeugen, wie der Bischof drei unschuldig zum Tod Verurteilte vor der Hinrichtung bewahrt, indem er dem Scharfrichter das Schwert aus der Hand reißt. Zurück in Byzanz werden die drei Feldherren Opfer einer Intrige und werden selbst zum Tod verurteilt. Im Kerker beten sie zum heiligen Nikolaus, der daraufhin dem Kaiser und dem Intriganten erscheint und im Falle der Hinrichtung erhebliche Konsequenzen ankündigt. Zutiefst erschrocken veranlasst der Kaiser die unverzügliche Freilassung der Feldherren.

Ausstattung der drei Jungfrauen
Nikolaus hilft mit drei Goldklumpen einem armen Mann und dessen Töchtern
Ein verarmter Mann beabsichtigt, seine drei Töchter zu Prostituierten zu machen, weil er sie mangels Mitgift nicht standesgemäß verheiraten kann. Nikolaus, noch nicht Bischof und gerade durch ein Erbe mit einem größeren Vermögen ausgestattet, erfährt von der Notlage und wirft in drei aufeinander folgenden Nächten je einen großen Goldklumpen durch das Fenster des Zimmers der drei Jungfrauen. In der dritten Nacht gelingt es dem Vater, ihn zu entdecken, ihn nach seinem Namen zu fragen und ihm dafür zu danken, dass nun die Mitgift für jede der Töchter gesichert ist. Aus dieser Legende entspringt die häufige ikonografische Darstellung mit drei goldenen Kugeln oder Äpfeln.

Stillung des Seesturms
In Seenot geratene Schiffsleute rufen in ihrer gefährlichen Lage den heiligen Nikolaus an. Ihnen erscheint ein mit Wunderkräften ausgestatteter Mann und übernimmt die Navigation, setzt die Segel richtig und bringt sogar den Sturm zum Abflauen. Daraufhin verschwindet der Mann wieder. Als die Seeleute in der Kirche von Myra zum Dank für ihre Rettung beten, erkennen sie den Heiligen und danken ihm.

Kornvermehrung
Während einer großen Hungersnot erfährt der Bischof von Myra, dass ein Schiff im Hafen vor Anker liegt, das Getreide für den Kaiser in Byzanz geladen hat. Er bittet daher die Seeleute, einen Teil des Kornes auszuladen, um in der Not zu helfen. Diese weisen zuerst die Bitte zurück, da das Korn genau abgewogen beim Kaiser abgeliefert werden müsse. Erst als Nikolaus ihnen verspricht, dass sie für ihr Entgegenkommen keinen Schaden nehmen würden, stimmen die Seeleute zu. Als sie später in der Hauptstadt ankommen, stellen sie verwundert fest, dass sich das Gewicht der Ladung trotz der entnommenen Menge nicht verändert hat. Das in Myra entnommene Korn aber reicht volle zwei Jahre und kann sogar noch zur Aussaat verwendet werden.

Heimführung eines verschleppten Kindes
Ein Mann, der den heiligen Nikolaus um den Segen bitten will, dass ihm endlich ein Kind geboren wird, trifft den Bischof nicht mehr lebend an, sondern kommt gerade noch zur Bestattung des Bischofs. Er nimmt daher ein Stück des Leinens, auf dem Nikolaus liegt, als Reliquie mit. Am 6. Dezember des folgenden Jahres wird dem Ehepaar tatsächlich ein Sohn geboren. Am siebenten Geburtstag dieses Kindes jedoch wird es von Arabern nach Babylonien entführt. Wiederum ein Jahr später, wieder genau am 6. Dezember, wird das Kind, das seither als Diener beim Herrscher arbeiten musste, von einem Wirbelwind erfasst und genau vor der Nikolauskirche abgesetzt, in der die Eltern für die Rückkehr des Jungen beten.

Wannen- und Säuglingswunder
Nikolaus soll bereits als Säugling so fromm gewesen sein, dass er an den Fastentagen der Woche, mittwochs und freitags, die Brust der Mutter nur einmal nahm. Als er das erste Mal gebadet werden sollte, stand er angeblich bereits aufrecht ohne fremde Hilfe in der Wanne.

Bekehrung eines Juden durch das Nikolausbild
Ein sehr reicher Jude, der von den Wundertaten des Heiligen gehört hat, lässt sich ein Nikolausbild anfertigen und befiehlt diesem, während seiner Abwesenheit über seine Schätze zu wachen. Trotzdem wird seine Habe von Dieben gestohlen. Der Jude, verbittert über den Raub, macht dem Bildnis schwere Vorwürfe und straft es mit Stock- und Peitschenhieben. Der heilige Nikolaus erscheint daraufhin den Dieben und kündigt ihnen einen Tod am Galgen an, wenn sie die Habe nicht zurückbrächten. Erschrocken bringen die Diebe das gestohlene Gut zurück und berichten dem Juden von ihrer Erscheinung. Tief beeindruckt lässt sich der Jude taufen.

Bekämpfung der Diana
Da in der Umgebung von Myra viele noch immer an die alten römischen Götter glauben, lässt Nikolaus den der Diana geweihten Baum umschlagen. Erbost über die Zerstörung ihres Heiligtums bereitet die Göttin ein gefährliches Öl, das sie in Gestalt einer frommen Frau Seeleuten übergibt, die nach Myra pilgern wollen. Diese sollen bei ihrer Ankunft die Wände der Kirche mit diesem Öl bestreichen. Nicht wissend, dass dieses Öl auf Wasser und Steinen brennt, nehmen die Pilger das Öl mit. Als sie per Schiff nach Myra reisen, kreuzt ein kleines Boot mit Nikolaus an Bord ihren Kurs. Der Heilige warnt die Pilger und fordert sie auf, das Öl ins Meer zu gießen. Sie gehorchen, und plötzlich steht die gesamte Wasseroberfläche in Flammen. Als die Pilger in Myra ankommen, erkennen sie den Mann in dem Boot wieder und danken ihm für die Errettung vor den „Listen des Teufels“.

Rettung des ertrunkenen Sohnes
Ein Vater pilgert mit seinem Sohn nach Myra, um der Kirche einen wertvollen Kelch zu stiften. Bei genauer Überlegung erscheint ihm der Kelch zu wertvoll, und er lässt einen billigeren Kelch anfertigen. Während der Überfahrt nach Myra bittet der Vater den Sohn, mit dem ersten Kelch etwas Wasser aus dem Meer zu schöpfen. Bei diesem Versuch fällt der Sohn über Bord und verschwindet in den Wellen. Als der Vater schließlich – mittlerweile in Myra angekommen – den zweiten Kelch auf den Altar der Nikolauskirche stellen will, fällt dieser immer wieder herunter. Völlig überraschend steht plötzlich sein Sohn mit dem ersten Kelch in der Kirche und erzählt, dass der heilige Nikolaus ihn gerettet habe. Daraufhin opfert der Vater beide Kelche.

Bestrafung und Begnadigung eines Betrügers
Ein Christ leiht bei einem Juden Geld und verspricht, es rechtzeitig zurückzuzahlen. Dieser Zahlungsverpflichtung kommt er allerdings nicht nach, und die beiden landen vor Gericht. Um einen Meineid zu umgehen, lässt sich der Christ einen Trick einfallen: Er füllt das geliehene Geld in einen hohlen Stock. Während des Schwurs bittet er den Juden, den Stock so lange zu halten. Er schwört daraufhin, dass er das Geld bereits zurückgegeben habe. Der Jude gibt den Stab zurück und bleibt geprellt. Als die beiden nach Hause gehen, wird der Christ von einem vorbeifahrenden Wagen überfahren und stirbt. Bei dem Unfall zerbricht der Stock, und der Jude erkennt die Arglist. Die umstehenden Leute fordern den Juden auf, sich nun das Geld zu nehmen, da der Christ seine gerechte Strafe erhalten habe. Voll Mitleid entgegnet der Jude, dass er das Geld nur nehmen werde, wenn der heilige Nikolaus den Christen wieder zum Leben erwecke. Tatsächlich steht daraufhin der Christ wieder lebendig auf, und der Jude lässt sich taufen.

Erweckung eines Jungen
Ein Mann feiert jedes Jahr dem heiligen Nikolaus zu Ehren ein Fest. An einem Abend bittet der Teufel, verkleidet als Pilger, an der Tür um ein Almosen. Als der Sohn das Almosen geben will, steht der Pilger nicht mehr an der Tür. Der Sohn eilt ihm bis zu einem Kreuzweg nach. Daraufhin zeigt der Pilger sein wahres Gesicht und erwürgt den Jungen. Als der Vater von der Tat erfährt, beklagt er sich bei dem Heiligen und fragt, ob das der Lohn für seine Verehrung sei. Jedoch, noch während der Anklage, steht sein Sohn wieder auf und ist gesund.

Auferweckung der getöteten Scholaren
Drei Scholaren werden in Myra von einem Gastwirt, bei dem sie auf dem Weg zu ihrem Studienort Athen logieren, aus Habgier getötet. Der Mörder zerstückelt die Leichen und pökelt die Teile in einem Salzfass ein. Durch einen Engel erfährt der heilige Nikolaus von der Untat, geht zu dem Gastwirt und sagt ihm die Tat auf den Kopf zu. Anschließend erweckt der Heilige durch seine Fürbitte bei Gott die Scholaren wieder zum Leben.

Quellenwunder am Grab
Bei der Grablegung des heiligen Nikolaus soll am Kopfende des Sarkophags eine Quelle mit Salböl und am Fußende eine Quelle mit Wasser entsprungen sein.

thenews.pl/Legenden:wikipedia/ds/26.12.2009

 
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