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Kein Schmerzensgeld für Polnisch-Verbot Drucken E-Mail

Weil das Jugendamt in Hamburg-Bergedorf ihm verboten hat, während des betreuten Umgangs mit seinen Töchtern Polnisch zu sprechen, liegt Wojciech Pomorski (39) seit Jahren im Rechtsstreit mit der Stadt Hamburg. Am Freitag wies das Hamburger Landgericht seine Schmerzensgeldklage (15000 Euro) zurück. Begründung: Die Rechtsverletzung sei nicht gravierend genug. Die zahlreichen aus Polen angereisten Medienvertreter zeigten sich empört.
Der Fall: Wojciech Pomorski (Foto), von Beruf Lehrer, war in den 1980ern als politischer Flüchtling nach Deutschland gekommen. Jahre später heiratete eine Deutsche. Aus der Ehe gingen die Töchter Justyna (heute 12) und Iwona-Polonia (heute 9) hervor. Mit Scheidung begann der Streit um das Sorgerecht – und Vater Pomorski lernte die gnadenlose Parteinahme eines deutschen Jugendamtes kennen.

2003 folgte  das Familiengericht der Empfehlung des Jugendamtes und sprach das Sorgerecht für beide Kinder der Mutter zu. Vater P. erlaubte es, die Kinder wöchentlich für ein, maximal zwei Tage zu sehen. Allerdings unter der vom Jugendamt  geforderten Auflage, dass nur auf deutsch gesprochen werden dürfe. Für jedes zuvor anzumeldende Treffen stellte das Jugendamt eine Aufsichtsperson bereit. Doch P. sprach trotzig auf polnisch mit seinen Töchtern. Das Jugendamt monierte, nicht ständig einen Sprachexperten bereitstellen zu können – und klagte.

Auch P. klagte und forderte obendrein 15.000 Euro Schmerzensgeld für jugendamtliche Willkür. Nach dem abweisenden Hamburger Landgerichtsurteil gibt sich  P. nun wild entschlossen, den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte anzurufen. Dort liegen bereits über 200 ähnlich gelagerte Klagen vor. Schon 2007 mußte  Gilla Schindler vom deutschen Familienministerium kleinlaut eingestehen, dass deutsche Jugendämter gelegentlich über die Stränge schlagen.  Aber das war´s dann auch, geändert hat sich seitdem offenbar nichts.

Im Hamburger Landgerichtsurteil hieß es u.a.: „Ein sprachlicher Umgang auf Polnisch ist aus pädagogisch-fachlicher Sicht nicht nachvollziehbar".

Die  Töchter leben inzwischen in Wien, haben ihren Vater seit vier Jahren nicht gesehen und sprechen kein Polnisch mehr.

Mopo Hamburg/thenews.pl./ds/ß09.01.2009

 
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