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Bevor es bei der Misswahl in Polen zur Sache geht, sind noch einige Dinge zu klären. Da war zunächst einmal die Frage der Lizenzgebühren. Fünf Millionen britische Pfund (7,4 Millionen Euro) müssten die Organisation "Miss Polonia" und der Tourismusverband für die Ausrichtung des Wettbewerbs bezahlen, berichtete die Zeitung "Zycie Warszawy" vor wenigen Wochen besorgt. Das Geld fehle, das Finale der Wahl werde womöglich in Moskau abgehalten. Doch wie immer in Polen klappte es in letzter Minute doch noch.

Auch sonst reichlich Turbulenzen:

Visum
Dass die Zahl der in Warschau eintreffenden Schönen geringer als geplant ausfallen wird, liegt allerdings an der mangelhaften Vorbereitung einiger der jungen Damen. Sie hatten sich nicht rechtzeitig um ein Visum gekümmert. Statt 120 werden nun knapp über hundert Schönheiten gegeneinander antreten und hoffen, außer dem Titel womöglich auch noch die Miss der polnischen Herzen zu werden.

Klimatische Bedingungen und Heimvorteil
Warme Kleidung könnte hingegen manche Finalistin aus wärmeren Klimazonen während des einmonatigen Besuchs in Polen ersehnen. Der Sommer im Land ist kurz, und im September kann es schon empfindlich kühl werden. Der Auftritt im Badeanzug oder Bikini dürfte da weniger angenehm als an tropischen Stränden werden. Die von der Ostseeküste stammende "Miss Polen", Marzena Cieslik, hat einen Vorteil. Sie ist gegen das heimische Klima abgehärtet.

Miss Polonias Männer-Ideal 
Ob die 24-Jährige die Miss der Herzen ihrer an sich patriotischen Landsleute sein wird, bleibt abzuwarten. Nachdem sie ihren Idealmann als "anständig und weise wie die Brüder Kaczynski (Staatspräsident Lech Kaczynski und sein Zwillingsbruder, Regierungschef Jaroslaw Kaczynski)" beschrieben und die Politiker der nationalkonservativen Regierungspartei für ihre hervorragenden Charaktereigenschaften wie Recht und Gerechtigkeit gepriesen hatte, glaubten viele an eine politische Entscheidung bei der Wahl.

Festivalplakat
Aufsehen erregte bereits im Vorfeld das Festivalplakat. Den Auftrag erhielt der in New York lebende Plakatkünstler Rafal Oblynski, der das Poster mit der Nixe Syrena schmückte, einem Symbol der polnischen Hauptstadt. Der für die Stadtwerbung zuständige Tadeusz Deszkiewicz fand die Nixe jedoch zu erotisch. Ein verrutschter, die Brust entblößender T-Shirt-Ärmel - das gehe einfach nicht. Mit einem weißen Schal ist die Sirene auf den überarbeiteten Plakaten nun züchtig bedeckt.

Entsetzen
Viele Warschauer reagierten kopfschüttelnd auf so viel Prüderie und fragen sich, ob demnächst nun auch den barbusigen Syrena-Denkmälern in der Stadt ein Büstenhalter zwangsverordnet wird.

Mister World
Manche Polin blickt der Ankunft der Schönheitsköniginnen frustriert entgegen. Nicht nur, weil die Männer ihre Aufmerksamkeit nun auf die Schönen aus aller Welt lenken. Angesichts der modischen Verirrungen vieler männlicher Landsleute würden sich die Polinnen lieber an knackigen "Mister World"-Kandidaten satt sehen. Doch der schönste Mann der Welt wird im fernen China gekürt.

Kleine Zeitung Online/ds/31.08.2006

 
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