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Plakat in Polen empfiehlt Abtreibung in Großbritannien |
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Ein Plakat der polnischen Feministen-Gruppe SROM sorgt für Empörung im britischen Unterhaus. Empfohlen wird eine Abtreibung in Großbritannien zum Nulltarif, das heißt auf Kosten des National Health Servive (Nationaler Gesundheitsdienst). Reisende aus der EU haben im Notfall Anspruch auf eine kostenlose Versorgung. Aufgrund der recht langen Wartezeiten in britischen Krankenhäusern können Schwangere den Notfall terminlich abschätzen. Nur auf die Insel kommen kostet: „Buche ein Billigticket für 300 Zloty (77 Euro)…Unterkunft kostet 240 Zloty…die Abtreibung gibt es für 0 Zloty…das ist billiger als eine illegale Abtreibung in Polen“, verkündet das Plakat.
„Not amused“ darüber zeigen sich britische Parlamentarier und poltern entsprechend in der Boulevard-Presse. Für die konservative Abgeordnete Anne Widdecombe ist ihr Land die europäische Kapitale für Abtreibungen. „Unsere Gesetze sind, viel, viel, viel zu lax“. Labour-Abgeordneter Kevin Barron empörte sich im „Daily Telegraph“: „Unser kostenloser Gesundheitsdienst sollte nicht Abtreibungen für polnische Tourismus-Schwangere finanzieren. Ich erwarte, dass unsere Krankenhäuser ausländische Schwangere abweisen“.
Untersuchungen des polnischen Familienministeriums zufolge haben sich im Jahr 2008 rund 10.000 schwangere Polinnen zur Abtreibung nach Großbritannien begeben. Das habe den britischen Gesundheitsdienst zwischen fünf bis elf Millionen Euro gekostet. Allerdings: Das erzkatholische Polen hat eine der striktesten Abtreibungsregelungen in Europa. Schwangerschaftsabbrüche sind nur bei Vergewaltigung, Inzest sowie gravierenden Schäden für Mutter oder Kind erlaubt. Die amtlichen Statistiken sind katholisch gefärbtes Zahlenwerk, wonach jährlich nur 200 bis 300 Kinder abgetrieben werden. SROM geht von bis zu 180 000 illegalen Abtreibungen pro Jahr aus. thenews.pl/Daily Telegraph/ds/16.03.2010
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