Am Donnerstag gab das Erzbistum Warschau bekannt, dass tags zuvor der Leichnam des Solidarnosc-Priesters Jerzy Popieluszko exhumiert worden ist für die Entnahme von Knochenpartikeln, danach seien die sterblichen Überreste umgebettet worden in einem neuen Sarg in der Warschauer Stanislaw-Kostka-Kirche. Das Bistum plant am Tag der Seligsprechung, dem 6. Juni, eine Reliquie mit einer Prozession zur im Bau befindlichen Nationalkirche „Tempel der Göttlichen Vorsehung“ in Warschau zu tragen. Das Grab des künftigen Seligen haben nach Kirchenangaben bereits mehr als 18 Millionen Menschen besucht.
Popieluszko gilt als Symbolfigur des kirchlichen Widerstands gegen die einstigen kommunistischen Machthaber. Er wurde, 37-jährig, vom polnischen Staatssicherheitsdienst ermordet.
Papst Benedikt XVI. erkannte im Dezember 2009 den „Heroischen Tugendgrad“ des Pfarrers an. Damit war die letzte Hürde in dem 1997 von Papst Johannes Paul II. eingeleiteten Seligsprechungsverfahren genommen. Im Fall eines Martyriums ist nach der vatikanischen Ordnung für Seligsprechungen kein separater Wunderprozess nötig.