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Polnische Azubis in Schwerin Drucken E-Mail

Viele hundert Kilometer von der Heimat entfernt lernen 24 Auszubildende aus dem Kreis Wejherowo in der polnischen Region Kaschubien derzeit im Bildungszentrum der Schweriner Handwerkskammer.

Nach fünf Wochen in den hauseigenen Werkstätten beginnen für sie nun drei Wochen Praktikum in Schweriner Handwerksbetrieben.

"Die Ausbildung und das Freizeitangebot gefällt uns sehr gut", spricht Emilia Kuzel, die im dritten Lehrjahr den Beruf der Friseurin erlernt, für sich und ihre Mitstreiter. Wie die anderen Azubis war die 18-Jährige einem Aufruf der Kreishandwerkerschaft ihrer Region gefolgt, an dem Austausch teilzunehmen. "Natürlich, ein bisschen Heimweh hat der ein oder andere schon", sagt Peter Michelmann, Bereichsleiter Erstausbildung bei der Handwerkskammer. "Aber sie erleben hier so viel, dass dafür eigentlich gar keine Zeit bleibt." In drei Gewerken sind die Jugendlichen beschäftigt: Neun angehende Tischler, sechs Elektriker und neun Friseurinnen lernen in Schwerin das hiesige Handwerk kennen und verbessern ihre deutschen Sprachkenntnisse. "Von den Ausbildungsbetrieben im Kreis Wejherowo wissen wir, dass die technischen Bedingungen dort trotz großer Fortschritte längst nicht dem entsprechen, was wir aus unseren Handwerksbetrieben kennen", beschreibt Michelmann. Viele polnische Lehrlinge kämen erst spät oder gar nicht mit hochwertiger Ausstattung in Kontakt. Deshalb ist es besonders die Arbeit an modernen Maschinen, die bei den Austausch-Azubis auf Begeisterung stößt.

Ergänzung findet die praktische Arbeit in Seminaren, zum Beispiel zu Arbeitssicherheit und -schutz, oder Exkursionen in Betriebe der Region. Und in einem vielfältigen Freizeitangebot: Seit dem 1. August für acht Wochen wohnhaft im Internat der Handwerkskammer, standen für die Jugendlichen bisher unter anderem Besuche im Landesfunkhaus und im Wasserwerk auf dem Programm, die Eröffnung der deutsch-polnischen Tage im Staatstheater und ein Party-Abend mit Schweriner Jugendlichen. Als Team "Polish Dragons" starteten sie im Drachenboot beim Handwerker Cup und belegten einen beachtlichen 4. Platz.

"Diese acht Wochen sind für alle Beteiligten eine Premiere", sagt Wolfgang Harke, stellvertretender Leiter des Bildungszentrums der Handwerkskammer. "Wir hoffen, dass sich daraus eine ebenso schöne Traditon entwickelt, wie wir sie schon seit vier Jahren mit unserem deutsch-französischen Lehrlingsaustausch pflegen." Mit dem heutigen Montag beginnt für die jungen Männer und Frauen die zweite Etappe ihrer Ausbildung in Schwerin. Für drei Wochen geht jeder von ihnen als Praktikant in einen Betrieb in Schwerin oder der nahen Umgebung. Im nächsten Jahr werden sie die Gastgeber sein. Dann sollen deutsche Azubis ins Nachbarland reisen und ihrerseits um viele Erfahrungen reicher werden.

MVregio Schwerin red/sn/06.09.2006
 
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