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Polen stellt Euro-Einführung in die Warteschleife Drucken E-Mail

Gemäß der vertraglich mit der EU fixierten Verpflichtungen müsste Polen zum frühestmöglichen Zeitpunkt den Euro einführen. Doch in der gegenwärtigen Krise hat sich der Zloty (noch) bewährt - die Abwertung der Landeswährung half den Exporteuren auf die Sprünge und bescherte Polen als einzigem EU-Land 2009 ein BIP-Plus. Und so verwundert es nicht, dass der Beitritt zur Euro-Zone nun sehr gelassen angegangen wird. Die ursprünglich in Aussicht gestellte Einführung im Jahr 2012 ist derzeit abgehakt. Die Einführung des Euro habe nicht die höchste Priorität auf seinem Terminkalender, erklärte Premier Tusk vor zwei Tagen – und gab das Jahr 2015 als neue Zielvorgabe aus. Man wolle Erfahrungen sammeln aus der Griechenland-Krise zum Schutz Polens.

Das kommt an im Volk: Ende April befürworteten 55,2 Prozent die Einführung des Euros, jetzt nur noch 42,2 Prozent. Polen ist erspart  geblieben, sich am Rettungspaket für Griechenland zu beteiligen. Zwar steht der Zloty seit Tagen gegenüber dem Euro unter Druck, doch das bereitet dem Vize der  Notenbank, Witold Kozinski, noch kein Kopfzerbrechen. Polen werde  mit Sicherheit  den Euro einführen, aber nicht vor 2015, versicherte er. Soll heißen: Entweder kommen die  15 Euro-Währungsländer  bis dahin heil aus der Krise, dann treten wir bei. Falls nicht, ist uns der Zloty auch über 2015 hinaus näher. Das schließt zumindest Transferleistungen aus.

wirtschaftsblatt.at/PAP/ds/09.05.2010
 
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