Die Zahl der nach Großbritannien (einschließlich Nordirland) migrierten Polen hat sich laut dem britischen Statistikamt im Jahresvergleich 2008 zu 2009 um 55 Prozent reduziert. Das traditionelle Einwanderungsland hatte mit der EU-Erweiterung 2004 keine Quoten für die Zuwanderung festgelegt. Man erwartete 13.000 Zuwanderer aus Osteuropa. Gekommen sind mehr als zwei Millionen. Exakte Zahlen fehlen aber, es liegen lediglich Schätzungen über die illegale Einwanderung vor. Die „London School of Economics“ spricht von 800.000, die Lobby-Gruppe „UK Migrationwatch“ von 1,6 Millionen.
Seit 2007 stellten die Polen nach den Indern die zweitgrößte ausländische Bevölkerungsgruppe in Großbritannien. Sie waren willkommen als gute und preiswerte Arbeitskräfte. Dann jedoch schmierte im Zuge der Finanzkrise die britische Wirtschaft ab, die Quote der Staatsverschuldung liegt inzwischen auf griechichem Niveau. Angst um den Erhalt des Arbeitsplatzes machte sich breit, während gleichzeitig Empörung aufkam über die Produktionsverlagerung britischer Unternehmen nach Polen. Cadbury-Schweppes und Dell waren Dauerthema im britischen Boulevard – und plötzlich auch, dass die Polen angeblich (verbotenermaßen) britische Teiche leerfischen. Seit 2008 wurden in regionalen Wahlen zunehmend Anti-Polen-Kampagnen geschürt. Zwischen 300.000 und 600.000 Polen sollen seither das Königreich verlassen haben - Richtung Skandinavien, Holland und Belgien. 2009 kamen nur noch 45.000 Migranten aus den Ost-EU-Ländern nach Großbritannien, darunter – geschätzt – 80 Prozent aus Polen. 2008 waren es rund 110.000.