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Vatikan absolutiert vermeintlichen Schmuddel-Erzbischof Drucken E-Mail

Vor acht Jahren beschuldigte die konservative Tageszeitung "Rzeczpospolita” den damaligen Erzbischof von Posen, Juliusz Paetz, volljährige Priesterseminaristen missbraucht zu haben. Der Erzbischof (Foto) wies die Anschuldigungen energisch von sich, sprach von einer Schmierenkampagne – und trat zurück.
Die Posener Staatsanwaltschaft sah keinen Ermittlungsbedarf mit der Begründung, es läge keine Anzeige vermeintlicher Opfer vor. Der Vatikan hielt sich bedeckt, enthob aber schließlich und wohl vorsichtshalber den Erzbischof von seinem kirchlichen Auftrag. Man werde eigene Ermittlungen anstellen, hieß es, denn die  Anschuldigungen betrafen einen aus dem innersten Vatikan - Führungsstab:

Vier Jahre lang galt Juliusz Paetz als einer der einflußreichsten Berater von Papst John Paul II. Jetzt verkündete der Vatikan vollständige Absolution mit der Anweisung, dies in allen katholischen Kirchen Posens erklären zu lassen. Doch das geht dem neuen Erzbischof von Posen, Stanislaw Gadecki, gegen den Strich. Er will die vatikanische Absolution nicht verkünden lassen. In Irland, Deutschland und Dänemark stellt sich die Kirche  offensiv dem Problem. Das muß auch in Polen möglich sein, befindet Erzbischof Gadecki. Die Medien eilen ihm voran, berichtet das Europa-Portal „euro/topics“ – und zitiert einen Kommentar der „Gazeta Wyborcza“:

„Der Erzbischof von Poznan, Juliusz Paetz, der vor acht Jahren volljährige Priesterschüler missbraucht hat, soll sein Amt wieder im vollen Umfang ausüben. Der Vatikan hat die Verbote aufgehoben, die seine Arbeit eingeschränkt haben. Unerträglich findet das Jan Turnau in der liberalen Tageszeitung Gazeta Wyborcza: "'Wer sich an den Kleinen vergreift, dem muss man einen Stein um den Hals hängen und an der tiefsten Stelle im Meer versenken', fordert das Evangelium. Und noch ein Zitat: 'Ein pädophiler Bischof ist der Gipfel des Bösen! Und er sitzt immer noch ganz ruhig dort, wo er schon immer gesessen hat - er amtiert zwar nicht mehr, das stimmt schon. ... Doch wo bleibt die Strafe? Wo bleibt die öffentliche Entschuldigung für alle Geschändeten? ...' Das sind die Worte von Joachim Badeni [kritischer polnischer Priester zu dem Thema]. Doch Paetz sitzt nicht nur ruhig da und entschuldigt sich nicht, sondern verlangt auch noch seine vollen Rechte als Bischof zurück. ... Ich verstehe nicht, wie der Vatikan eine solche Entscheidung fällen kann, die ihm sämtliche heiligen Amtsrechte wiedergibt. Es ist offensichtlich, dass dort Leute denken, dass es ohne Proteste auch keine Affäre gibt. Sie warten solange, bis Polen ein zweites Irland wird."

euro/topics/ds/18.06.2010

 

 

 
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