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Kirchliche Widersprüche um Bischof Paetz Drucken E-Mail

Wir berichteten gestern unter Berufung auf polnische Medien, dass die vatikanische Bischofskongretation den einstigen Posener Erzbischof Juliusz Praetz vom Vorwurf des sexuellen Missbrauchs entlastet habe. Die Homepage des Erzbistums Köln - domradio.de – kommt zu einer anderen Darstellung, die wir der journalistischen Ausgewogenheit wegen nachfolgend übernehmen:

Rätselraten in Polen
Angebliche Rehabilitierung von Bischof Paetz
 

In Polen sorgt eine angebliche Rehabilitierung des 2002 wegen Missbrauchsvorwürfen zurückgetretenen Erzbischofs Juliusz Paetz für Wirbel. Mehrere polnische Medien meldeten am Freitag unter Berufung auf Kirchenkreise, die vatikanische Bischofskongregation habe gegen den früheren Erzbischof von Poznan (Posen) verhängte Verbote priesterlichen Wirkens aufgehoben.

Das Erzbistum Poznan dementierte unterdessen einen Pressebericht, wonach Paetz' Nachfolger Stanislaw Gadecki aus Protest seinen Amtsverzicht angeboten habe. Vatikansprecher Federico Lombardi verwies in dieser Frage lediglich auf die Stellungnahme des Erzbistums. Zu der angeblichen Rehabilitierung von Paetz lägen ihm keine Informationen vor, sagte er am Freitag auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Sowohl Gadecki als auch Paetz nahmen am Freitag an der Vollversammlung der Bischofskonferenz im nordpolnischen Olsztyn (Allenstein) teil. Bislang äußerten sich aber beide nicht öffentlich zu den Medienberichten.

Am Donnerstag hatte der Bistumssprecher von Poznan erklärt, der Diözese liege bislang keine Entscheidung des Vatikan über eine Rücknahme der Sanktionen gegen Paetz vor. Polnische Zeitungen sowie der staatliche Rundfunk berichteten am Freitag, die Bischofskongregation habe unter anderem das Predigtverbot zurückgenommen. Gadecki sprach sich nach Angaben der Tageszeitung „Gazeta Wyborcza“ gegen einen solchen Schritt aus. Das gleiche Blatt brachte unter Berufung auf eine anonyme Quelle in der Apostolischen Nuntiatur in Warschau auch die später dementierte Information, Gadecki habe um seine Entpflichtung von der Bistumsleitung gebeten.

Auf Antrag Gadeckis hatte die Bischofskongregation 2002 Paetz untersagt, Gottesdienste zu zelebrieren und im Bistum Poznan Sakramente zu spenden. Gegen Paetz waren Vorwürfe laut geworden, er habe Seminaristen seiner Diözese sexuell belästigt. Die Annahme von Paetz' Rücktrittsgesuch durch Papst Johannes Paul II. (1978-2005) erfolgte allerdings ohne Angaben von Gründen.

domradio/ds/19.06.2010

 
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