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Nach dem gewaltsamen Tod eines polnischen Touristen am Flughafen von Vancouver droht mehreren kanadischen Polizisten ein Strafverfahren. Der tragische Vorfall hatte sich 2007 zugetragen und war von einem kanadischen Reisenden gefilmt worden, der das Video der Polizei zur Verfügung gestellt hatte. Nachdem diese sich dann aber weigerte, es wieder herauszugeben, klagte er erfolgreich vor Gericht auf die Herausgabe – und gab es dann an Medien weiter. Erst jetzt wurde eine Untersuchungskommission eingesetzt. „Der Einsatz einer Elektroschock-Pistole gegen Mann sei ungerechtfertigt gewesen“, sagte der Leiter der Kommission, Thomas Braidwood.
Die fünf Elektroschocks und das Gerangel mit vier Polizisten „trugen wesentlich zum Tod“ des 40-jährigen Polen bei. Die Reaktion der Polizisten gegenüber dem Mann sei „beschämend“ gewesen, die Beamten wären wie bei einer Kneipenprügelei vorgegangen. Der Pole war nach seiner Ankunft in Vancouver sehr nervös. Der Mann, der noch nie zuvor in seinem Leben gereist war, wartete aufgrund eines Missverständnisses zehn Stunden lang im Sicherheitsbereich des Flughafens auf seine in Kanada lebende Mutter, die außerhalb wartete. Er öffnete schließlich gewaltsam eine Tür und warf mit einem Computer. Die vier Polizisten umringten ihn und stoppten ihn durch fünf Elektroschocks aus dem sogenannten Taser. Ermittler Braidwood erklärte, Aussagen der Polizisten, der Pole habe sie angreifen wollen, seien „nicht glaubhaft“. Der Justizminister der kanadischen Provinz British Columbia, Michael de Jong, setzte nach Veröffentlichung des Berichts einen Sonderermittler ein, der Strafermittlungen gegen die Beamten prüfen soll. „Die menschliche Dimension dieses Falles ist erschütternd“, sagte er. AFP/ds/20.06.2010 |