Warnschuss für die polnische Regierung: Die Kreditwürdigkeit Polens wird nach Ansicht der Ratingagentur Fitch ohne weitreichende Reformen der Staatsfinanzen erheblich unter Druck geraten.m „Falls keine Reformen die Situation der öffentlichen Finanzen bis 2012 verbessern, wird der negative Druck auf Polens Rating enorm sein“, sagte der für das Land zuständige Fitch-Analyst Piotr Kowalski der Tageszeitung „Rzeczpospolita“ vom Mittwoch. Die Agentur bewertet Polen zurzeit mit „A-„ mit stabilem Ausblick. Vergangenen Freitag hatte bereits die Ratingagentur Moody´s Polen Reformen nahegelegt, um die Bewertung zu sichern. Eine direkte Gefahr für das „A2“-Rating und den stabilen Ausblick sah Moody´s dagegen nicht.
Hohes Wirtschaftswachstum, massives Haushaltsdefizit Polen konnte im vergangenen Jahr als einziges EU-Land eine Rezession vermeiden und erwartet 2010 ein Wachstum von rund drei Prozent. Das Staatsdefizit liegt dagegen weiter bei mehr als dem Doppelten der EU-Obergrenze von drei Prozent. Die Regierung in Warschau bereitet gerade ihren Staatshaushalt für 2011 vor, radikale Reformen gelten jedoch als unwahrscheinlich.
Die Noten von Ratingagenturen sollen ein Warnsignal für Investoren sein und können weitreichende Folgen für ein Land haben. In der Finanzkrise waren die Agenturen in die Kritik geraten. Ihnen wurde vorgeworfen, mit Herabstufungen die Krise einzelner Länder wie Griechenland und Spanien verschärft zu haben.