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Das vierte Baltic Media Forum in Lübeck hat am Freitag und Sonnabend unter dem Motto "Wandel - Wende - Wirklichkeit" gestanden. Im Zentrum des Interesses: das Verhältnis zwischen Polen und Deutschland. Bei der internationalen Medienkonferenz diskutierten hochkarätige Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft über Polen und die Ostsee-Region. Bei der Gesprächsrunde am Sonnabendvormittag herrschte Einigkeit: Die Beziehungen beider Nationen seien seit dem Fall des Eisernen Vorhangs "normaler" und "selbstverständlicher" geworden. Diskussionsteilnehmer waren der Botschafter der Republik Polen, Marek Prawda, sowie seine ehemaligen deutschen Amtskollegen, Johannes Bauch und Jürgen van Zwoll. Van Zwoll war der letzte Botschafter der DDR in Polen.
Prawda plädiert für kritischen Dialog Während des Gesprächs wurde deutlich, dass beide Nationen eine bewegende Geschichte verbindet. "Es wäre hilfreich, wenn die Polen nicht jede Woche überprüfen würden, ob die Deutschen ein Gedächtnis haben", sagte Prawda. "Andersherum müssten die Deutschen merken, dass Polen nicht nur ein Trauma, sondern auch Ansichten besitzen."
Mit der im Jahr 1980 beginnenden Gewerkschaftsbewegung in Polen bekam das damalige kommunistische System Risse - für viele die Geburtsstunde der Revolution in Osteuropa. Als Jahre später etwa 6.000 DDR-Flüchtlinge über Warschau in den "goldenen" Westen reisen wollten, ließ Polen sie gewähren. Die Flüchtlinge wurden nicht wie ursprünglich vertraglich festgesetzt an die DDR ausgeliefert. Der Dokumentarfilm "Tschüss DDR - Über Warschau in die Freiheit" brachte im Anschluss an die Debatte ein eindringliches Zeugnis der Zeit auf die Leinwand.
Am Abend klang das vierte Baltic Media Forum im Bürgerschaftssaal des Lübecker Rathauses aus. Dort führten die ehemaligen Außenminister Polens und Deutschlands, Władysław Bartoszewski und Hans-Dietrich Genscher, ein Gespräch zum Thema "Polen und Deutsche - Das Verhältnis zweier Nachbarn und seine Bedeutung für den Ostseeraum". Claudia Spiewak, Chefredakteurin des NDR Hörfunks, moderierte.
Perspektiven für 50 Millionen Ostseeanrainer Das Baltic Media Forum sucht nach einer gemeinsamen Identität und nach Lösungen, wie Wirtschaft, Verkehr und Umwelt auf einen Nenner gebracht werden können. Ziel ist es, eine gemeinsame regionale Identität im Ostseeraum zu fördern, in dem etwa 50 Millionen Menschen leben. Der Norddeutsche Rundfunk unter Federführung des Landesfunkhauses Schleswig-Holstein, die Academia Baltica und die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein veranstalten die Tagung.
Wulf trifft Komorowski Bundespräsident Christian Wulff reist zu Beginn der Woche nach Warschau zu einem Meinungsaustausch mit dem gewählten polnischen Präsident Bronislaw Komorowski. „Beide Staatsoberhäupter wollen ihre fast gleichzeitig beginnenden Amtszeiten zur Stärkung der Beziehungen nutzen … und seien sich einig, dass den deutsch-polnischen Beziehungen besondere Bedeutung zukomme“, meldete das Bundespräsidialamt.Das Trffen dürfte am kommenden Mittwoch stattfinden. Zurzeit outet sich Wulf als DFB-Team-Fan in Südafrika und gönnt sich noch das Finale Holland-Spanien, während die Löw-Truppe bereits im Flieger sitzt. Kosten sparen.
ndr/ddp/ds/11.07.2010
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