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Philips Plauen: Belegschaft protestierte in Eindhoven Drucken E-Mail

Die Mitarbeiter des Glühlampenherstellers Philips Plauen haben am Montag vor der Konzernzentrale im niederländischen Eindhoven gegen den drohenden Stellenabbau protestiert. Philips plant eine  Produktionsverlagerung nach Polen. 150 Arbeitsplätze könnten betroffen sein. Die IG Metall befürchtet  sogar einen Komplettabzug aus Plauen.

300 Beschäftigte waren mit sieben Bussen in die Niederlande gereist. Mit der Aktion protestierten die Vogtländer gegen die bis Ende 2011 geplante Verlegung der H4-Halogenlampenproduktion ins polnische Pabianice bei Lodz, wo der Konzern bereits ein Werk betreibt. Der IG-Metall-Sprecher sagte, die Gewerkschaft versuche jetzt, in einem Gutachten die Betriebswirtschaftlichkeit der H4-Produktion am Standort Plauen zu belegen. Die IG Metall befürchtet einen kompletten Rückzug von Philips aus Plauen. Der Gewerkschaftssprecher bezeichnete die Protestaktion "als eine Art zivilen Ungehorsams", die Teilnehmer hätten keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen zu befürchten.

Produktionsverlagerung auf Kosten von 150 Stellen
Nach Unternehmensangaben sollen zunächst 150 der insgesamt 440 Stellen wegfallen. Zusätzlich wären laut IG Metall 15 Behindertenarbeitsplätze der Vogtlandwerkstätten Stelzen betroffen.

Die Betriebsleitung im Vogtland hatte Mitte Mai bekanntgegeben, die Fertigung von Produkten sei hierzulande nicht mehr kostendeckend möglich und werde deshalb nach Polen verlegt. Mit den H4-Lampen, die als Ersatzlampen für Autoscheinwerfer verkauft werden, mache das Werk bereits Verluste, hieß es. Das Unternehmen gab als Grund die zunehmende Konkurrenz von Billiganbietern aus Fernost an, die die Preise im Ersatzteilmarkt für Automobillampen ständig unterbieten.

Wohl nicht zufällig gab die Pressestelle von Philips am Demotag bekannt, warum der Konzern seinen Gewinn im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr versechsfacht hat auf 6.19 Milliarden Euro: Weil die Nachfrage aus den Niedriglohn-Schwellenländern steigt. Und  man nur wettbewerbsfähig bleiben kann mit niedrigeren Lohnkosten.

MDR/ds/20.07.2010

 
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