Als Mitte August 1980 die ersten Bilder aus Polen ankamen, war man sich am deutschen Regierungssitz in Bonn nicht einig. Die Stimmung schwankte zwischen Bewunderung und Angst. Deutschland und die Welt fürchteten eine militärische Intervention aus Moskau. "In Deutschland hatte man sich längst mit den Kommunisten arrangiert und es galt der Spruch 'Lieber rot als tot'", erinnert sich der polnische Oppositionelle und spätere Dozent an der Freien Universität in Berlin, Edward Klimczak. Doch ausgerechnet aus Kreisen der oppositionellen Kalte Krieger - CDU/CSU wurde Zurückhaltung gefordert.
1980 hatte das Zahlungsbilanzdefizit der DDR die kritische Grenze erreicht. Bonn befürchtete den Kollaps der DDR - beschleunigt durch eine aufbrechende Protestbewegung nach dem Vorbild der Solidarnosc. In der DDR lebten die „Brüder und Schwestern“ der BRD. Im Geheimen wurde bereits über Finanzhilfen verhandelt. Die BRD hatte sich auf die Politik des Status quo im West-Ost - Verhältnis eingerichtet – und vertraut darauf, dass Russland Polen im Griff hat. Warum alles anders kam, kommen musste, reflektiert ein Bericht der Deutschen Welle: http://www.dw-world.de/dw/article/0,,5961514,00.html