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Drehbeginn von Wajdas "Post Mortem" Drucken E-Mail

Der polnische Regisseur und Oscar-Preisträger Andrzej Wajda hat  am Dienstag mit den Dreharbeiten zu seinem Film über das Massaker von Katyń begonnen. Der Streifen mit dem Titel "Post Mortem. Opowieść katyńska" soll im Herbst 2007 ins Kino kommen. Kameramann ist Paweł Edelmann ("Der Pianist").

Der 36. Spielfilm des Altmeisters thematisiert das Massaker von Katyń, bei dem die sowjetische Armee im Jahr 1940 tausende polnische Offiziere, darunter auch Wajdas Vater, getötet hat. Es werde ein sehr persönliches Werk, in dem er u.a. in einer "emotionalen Beichte" seine eigene Jugend verarbeite, sagte der 80-jährige Wajda  auf einer Pressekonferenz zum Drehbeginn. Für polnische Verhältniss verfügt das jüngste Werk Andrzej Wajda mit 16 Millionen Złoty (vier Millionen Euro) über ein üppiges Budget. Runde  sechs Millionen Złoty  kommen vom polnischen Filminstitut  (PISF).

Hintergrund:
Das Massaker von Katyn ist ein heikles Thema zwischen Polen und Russland. Die Sowjetunion hatte die polnischen Ostgebiete - gestützt auf den Hitler-Stalin-Pakt - am 17. September 1939 angegriffen. Die Rote Armee nahm dabei etwa 22.000 polnische Offiziere und Soldaten gefangen. Auf Befehl Stalins wurden sie anschließend getötet, die meisten von ihnen im Wald von Katyn in Russland und in Charkow in der Ukraine. Goebbels ließ die Öffnung der Massengräber und  Exhumierung der Hingerichteten in Wochenschauen dokumentieren als Beweis für russische Kriegsverbrechen. Während der kommunistischen Ära war die russische Propaganda bemüht, das Massaker Nazi-Deutschland anzulasten.Erst im April 1990 gestand der damalige Präsident Michail Gorbatschow die Verantwortung der Sowjetunion für das Massaker ein.

twg/ds/5.10.2006

 
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