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Polen greift durch gegen Hooligans und Korruption Drucken E-Mail

Ein Jahr vor dem Beginn der Fußball-Europameisterschaft hat die polnische Regierung die Strafen für Hooligans drastisch verschärft. Das am Dienstag beschlossene Gesetzpaket sieht unter anderem Bußgelder von 500 bis 750 Euro für randalierende Fans vor. Die Rowdys sollten den Strafzettel direkt vor Ort erhalten, sagte Polens Regierungschef Donald Tusk vor der Presse in Warschau. „Bis vor kurzem betrug die Strafe für Hooligans fünf Euro. Nun wird sich der Randalierer fünf Mal überlegen, ob es sich lohnt für 500 Euro zu prügeln".


Für Ordnung in den Sportstätten soll künftig wieder die Polizei sorgen. Die privaten Ordnungsdienste, die die Fußballvereine bislang verpflichtet hatten, bekamen in der Vergangenheit die aggressiven Fans oft nicht in den Griff. Der Gesetzentwurf enthält auch Lösungen, die bereits vorher bekanntgegeben wurden. So sollen Straftäter mit Stadionverbot mit Hilfe von elektronischen Fußfesseln besser kontrolliert werden. Stadionrowdys sollen bei Schnellverfahren im Stadion verurteilt werden. Geldstrafen wird es auch für Vermummung geben.

Dass man auch den Korruptionssumpf austrocknen will, machte gestern das Bezirksgericht von Wroclaw (Breslau) mit drakonischen Strafen deutlich: 38 Schiedsrichter, Sportfunktionäre und Spieler  wurden zu Haftstrafen zwischen neun Monaten und vier Jahren.verurteilt. Die Angeklagten akzeptierten die Urteile sowie die geforderte Rückgabe angenommener Schmiergelder im Wert von umgerechnet 250 000 Euro. Sie sollen zudem Geldstrafen von insgesamt 300 000 Euro zahlen. Unter den Verurteilten befindet sich auch ein Vorstandsmitglied des polnischen Fußballverbandes (PZPN). Die Haftstrafen wurden zur Bewährung ausgesetzt.

„Das Verfahren hat das ganze Ausmaß der Missstände im polnischen Fußball gezeigt“, sagte Staatsanwalt Krzysztof Grzeszczak der Nachrichtenagentur PAP. 75 weitere Verdächtigte sollen im Herbst vor Gericht gestellt werden. Angeklagt ist unter anderem ein ehemaliger Nationaltrainer Polens.

Seit der Aufnahme der Ermittlungen vor sechs Jahren wurden rund 300 Fußballmanager, Schiedsrichter, Trainer und Spieler festgenommen. In die Schmiergeld-Machenschaften sollen insgesamt mehr als 50 Mannschaften aller Spielklassen verwickelt gewesen sein.

dpa/sueddeutsche/ds/02.06.2011

 
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