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Polen droht Alpine mit Vertragsauflösung Drucken E-Mail

“In keinem anderen europäischen Land werden Stadien so schnell gebaut wie in Polen”, lobte  Sportminister Adam Giercz den Ist-Zustand  für die  Fußball-Europameisterschaft 2012. Vergangene Woche gab der Chef des parlamentarischen Ausschusses für Verkehrsfragen, Janusz Piechocinski, dem Fernsehsender TVN24. seine Eindrücke bekannt:  Es gebe keine Chance mehr für die rechtzeitige Beendigung des Warschauer Nationalstadiums, und auch mit der Danziger Arena laufe schon lange nichts nach Plan. Tags darauf versicherte Premier Donald Tusk, dass die vorgesehenen Termine eingehalten werden und das Eröffnungsspiel am 8. Juli 2012 im Warschauer Nationalstadium stattfinden wird.

Dafür ist Rafal Kapler verantwortlich  als Chef des Nationalen Sportzentrums NCS. Und der hat sich jetzt die Salzburger Alpine zur Brust genommen, Österreichs drittgrößten Baukonzern, der in einem Konsortium mit zwei polnischen Partnern das Nationalstadium baut.

Laut Kontrakt sollte die Stadion-Einweihung am 23. Juni mit einer Redbull-Motorshow gefeiert werden. Der polnische Fußballverband hatte Frankreich zum Länderspiel am 9.Juli und  die DFB-Elf  zum 6. September eingeladen. Aus all dem wird nichts, weil das Alpine-Konsortium offenbar geschlampert hat. Bei der ersten Testabnahme klappte nichts mit den Nottreppen-Ausgängen und der Überwachungs-Elektronik. Um den Uefa-Auflagen korrekt zu entsprechen, sei laut Alpine ein Nachschlag von etwa  60 Millionen  Euro erforderlich. Den Zuschlag für den Stadionbau hatte Alpine mit einer Offerte für rund 315 Millionen Euro erhalten. Auf Zuzahlungen will sich der NCS-Vorsitzende Rafal Kapler nicht einlassen. Stattdessen hat er  Alpine eine 14-tägige Frist  gegeben, zu erklären, wie es weitergehen soll.

Vertragskündigung mit Regeressforderungen stehen im Raum. Alpine-Sprecherin Karin Keglevich sagte am Donnerstag zur APA, man sei weiterhin „in guten Gesprächen“ mit dem NCS. Es sei etwas völlig Normales bei einem Projekt wie dem Nationalstadion, „wenn es im Laufe der Arbeiten zu technischen Adaptierungen kommt“.

Das Warschauer Stadium  ist für Polen ein nationales Prestige-Projekt – wie auch für Alpine.

ds/05.06.2011

 
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