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EURO 2012: Fans aus Westeuropa steht holprige Anreise bevor Drucken E-Mail

Der dies hier schreibt, reiste vor Kurzem im Bus von Hamburg nach Warschau, versank im Schlaf auf der deutschen Autobahnstrecke, wurde beim Grenzübergang hellwach gerüttelt und staunte, wie viele Schlaglöcher Busfederungen aushalten. Wenn am 8. Juni 2012 im neuen Warschauer Stadion das Eröffnungsspiel angepfiffen wird, kann Frust bei westeuropäischen PKW-Anreisenden aufkommen – aus Skandinavien, Deutschland, Holland und Belgien. Je nach Turnierablauf könnten sich bis zu eine Millionen PKW-Insassen über Berlin nach Warschau  auf den Weg machen. Und durchgerüttelt werden, denn womöglich wird ein etwa 50 Kilometer langer Autobahnabschnitt  der A2 in Polen nicht rechtzeitig fertig werden.

Den  fertigzustelllen hatte der chinesische  Baukonzern COVEC versprochen – für rund 330 Millionen Euro. Sowohl polnische  als auch westeuropäische Anbieter hatten das Nachsehen. Ihre Offerten lagen bis zum Dreifachen darüber. Die Chinesen kalkulieren zu Dumpinppreisen, um über Polen an westeuropäische  Autobahn-Ausschreibungen zu kommen, wurde kritisiert. Im Mai stellte COVEC die Bauarbeiten ein mit der Begründung von inzwischen exorbitant gestiegenen  Kosten für Baumaterial. Polnische Subunternehmer hatten ihrerseits inzwischen die Arbeit mangels Zahlung eingestellt.

Die polnische  Generaldirektion für Nationalstraßen und Autobahnen, GDDKA, hat angekündigt, von COVEC rund 180 Millionen Schadenersetz zu fordern. Für das 50 – Kilometerloch Berlin-Warschau wurde eine neue Ausschreibung angesetzt. Laut GDDKA haben mittlerweile 16 europäische Bauträger Offerten angekündigt. Experten bezweifeln, daß Verträge rechtzeitig juristische Segnung erfahren können. Es wird wohl holprig bleiben von  Berlin bis Warschau.

ds/14.06.2011

 
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