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Polen unterstützt Auschwitz-Foundation mit 10 Mio. Euro Drucken E-Mail

Professor Władysław Bartoszewski (90) ist Vorsitzender der 2009 ins Leben gerufenen Auschwitz – Birkenau - Foundation. Im September 1940 trug er als KZ-Häftling die Nummer 4427 und wurde im April 1941 schwer krank entlassen. Seit November 2007 ist er von Premier Donald Tusk beauftragt, sich besonders um die polnisch-deutschen und polnisch-jüdischen Beziehungen zu bemühen.
„Wenn mir jemand, vor 60 Jahren, als ich geduckt auf dem Appellplatz des KL Auschwitz stand, gesagt hätte, dass ich Deutsche, Bürger eines demokratischen und befreundeten Landes als Freunde haben werde, würde ich ihn für einen Narren halten“, sagte er 2009 der Zeitung „Gazeta Wyborcza“. Gelegentlich reizt ihn Erika Steinbach zu verbalen Kanonaden, ansonsten ist er in Berlin geschätzt als „Brückenbauer“, auch wenn er mal mit der Sammelbüchse vorbeikommt.


Vergangenen Dezember hat Berlin der Auschwitz-Foundation für den Erhalt der Mahnstätte 60 Millionen Euro zugesichert. Österreich gibt zehn Millionen, Frankreich, England und die USA haben zusammen 14 Millionen in Aussicht gestellt. Das wären, wenn alle zahlen, 84 Millionen Euro. Und das reicht bei weitem nicht aus, weshalb Bartoszewski mit einem neuen Appell antichambriert. 120 Millionen Euro  müssen es sein, bis 2015, sonst ist nichts mehr zu retten.

Die KZ-Anlage mit rund 150 Gebäuden steht vor dem Verfall. Bisher haben die polnischen Regierungen das Notwendigste in den Erhalt finanziert. Jährlich wird die KZ-Mahnstätte von rund 1,1 Millionen Menschen aufgesucht. Etwa 80 Prozent der Besucher kommen aus Israel und den USA. Die Eintrittsgelder und Umsätze des Museums-Shops decken nicht die jährlichen Fixkosten.

Von der  US-Regierung ist bislang  nicht erklärt worden, welchen Beitrag sie zu leisten beabsichtigt. Natürlich weiß Bartoszewski um den Einfluß der AIPAC in den USA. AIPAC steht für American Israel Public Affairs Committee (
http://www.aipac.org/pc/ ), und sie   ist mit über 100.000 eingetragenen Mitgliedern die größte israelische Lobby in den USA. Sie bestimmt die geopolitische  Nahost-Politik der USA. Kein  US-Präsident kommt an der AIPAC vorbei ins Amt. Offenbar hat  Bartoszewski keinen Dollar bei der AIPAC locker machen können.

thenews.pl/Warsaw Voice/Washington Post/ds/08.08.2011
 
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