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EM 2012: Alles paletti bis auf 20 Prozent Drucken E-Mail

Das unterscheidet wohl deutsches von polnischem PR-Management: 300 Tage vor der Fußball-WM 2006 in Deutschland sorgten sich die Medien, ob alles wie geplant rechtzeitig fertig wird. Es klappte, die WM wurde ein Gala-Hype. 300 Tage vor der EM 2012 schreiben sich polnische und auch ausländische Medien auf ein Chaos-Szenario ein, doch solche Befürchtungen weist das Organisationsbüro  „PL.2012“ weit von sich.
Von den 219 Projekten sind bereits rund 80 Prozent planerfüllt gab PR-Sprecher Mikołaj Piotrowski bekannt. Drei der vier Stadien sind fertig (in Breslau, Danzig und Posen), im Warschauer Nationalstadion werden Baupannen bis zum Jahresende behoben sein. Was sonst noch zur EM 2012 gehört, scheint als nicht mehr machbar abgehakt zu sein.

Der Warschauer Flughafen wird rechtzeitig fertig sein. Doch  wie es um die Flughäfen für die anderen Austragungsstädte Danzig, Breslau und Posen steht, dazu äußerte sich  Piotrowski nicht. Zur Verkehrsinfrastruktur sagte er: In fünf Stunden ist jedes der vier Stadien erreichbar.

Bis zu 1.5 Millionen Besucher werden zur EM 2012 erwartet. Die Engländer kommen im Billigflieger, die Skandinavier, Holländer, Franzosen und Deutsche werden sich  überwiegend motorisiert auf den Weg machen. In der Bewerbungs-Präsentation hatte Polen den Bau von  rund 3.000  Autobahn-Kilometer und Schnellstrassen zugesichert. Etwa 900 Kilometer sind es jetzt, mehr Kilometer bis 2012 sind nicht drin. Auf der wichtigsten Autobahnstrecke Berlin-Warschau gibt es ein Problem.

Ein chinesisches Konsortium hatte den Zuschlag erhalten, die rund 20 Kilometer lange Lücke zu schließen. Doch die Chinesen gaben nach einigen Monaten auf. Polnische Subunternehmen hatten Lieferungen verweigert mit dem Vorwurf, das chinesische Konsortium habe einheimische Wettbewerber mit Billiglöhnen chancenlos unterboten. Fraglich ist nun, ob  die 20-Kilomter-Lücke noch bis 2012 geschlossen werden kann. Falls nicht, gibt es Stau-Chaos auf der Strecke Berlin-Warschau. Aber sonst ist alles paletti.

Gazeta.pl/ds/17.09.2011

 
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