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Die ehrgeizigen Expansionspläne des TV-Konzerns RTL Group lassen sich nur mühsam umsetzen. In Polen haken die Verhandlungen laut Beteiligten derzeit an der Frage, wie viel operativen Einfluss der Konzern erhält.

Dort bemüht sich die RTL Group seit Monaten um den Einstieg mit 25 Prozent bei Polsat, einem der zwei führenden Privatsender des Landes. Laut der Warschauer "Gazeta Wyborcza" lief inzwischen eine exklusive Verhandlungsfrist aus. Die RTL Group verlangt Verhandlungskreisen zufolge einen Vertreter im Führungsgremium des Senders. Polsat-Eigner Zygmunt Solorz-Zak lehne das ab. "Man muss da schon ausreichend Einfluss haben", heißt es. "Sonst sollte man es besser lassen." Offiziell will der Konzern die Verhandlungen nicht kommentieren. Der Firmensprecher mag nur routinemäßiges Interesse in den wichtigen Märkten bestätigen. RTL-Group-Haupteigner Bertelsmann ist indirekt auch an der FTD beteiligt.

Wenig Fortschritt in Osteuropa

Seit sich Gerhard Zeiler im vergangenen Jahr auf den Führungsposten bei der RTL Group zurückzog, bemüht er sich, die Expansion in Gang zu bringen. Zwar ist die Gruppe beim russischen Sender Ren TV mit 30 Prozent eingestiegen. Bei ihrem kroatischen Sender konnte sie vergangene Woche etwas aufstocken. Zudem ist sie seit Jahren in Ungarn vertreten. Doch ansonsten erweist sich die Expansion gerade in Ostmitteleuropa als zähes Geschäft. So scheiterte die RTL Group im Sommer bei der Bewerbung um eine Lizenz in Serbien. Die Gruppe selbst bewertet ihr Engagement als geglückt: Sie habe "wiederholt bewiesen, dass sie durch den dezentralen Ansatz ausgezeichnet in der Lage ist, auf den unterschiedlichen europäischen TV-Märkten erfolgreich zu sein", erklärt der Sprecher. "Akquisitionen sind stets eine Frage von Opportunitäten", ergänzt er.

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Dabei wächst dort die Konkurrenz: Rund 150 Mio. $ hat etwa Rupert Murdochs News Corp. seit dem Frühjahr in TV-Stationen und Lizenzen in der Region gesteckt. Außer in Serbien, Georgien und Polen investierte Murdoch auch in der Türkei. Derzeit verhandele er über den Kauf einer Station in Lettland, berichtete das "Wall Street Journal". Zudem ist die bereits in Skandinavien und Osteuropa aktive Holding SBS auf Suche nach neuen Sendern.

Für die RTL Group hätten die Pläne in Polen "erste Priorität", sagt ein Beteiligter. Irritierend finden manche Vertreter das Verhalten des Verkäufers Solorz-Zak. Ihm werden häufige Veröffentlichungen zum Stand der Verhandlungen zugeschrieben.

FTD/lutz meier/ds/24.10.2006 

 
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