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Streit um polnische PTC Drucken E-Mail

Vivendi verklagt Telekom in USA wegen „Gaunereien“.

Der Streit zwischen dem französischen Medienkonzern Vivendi und der Deutschen Telekom verschärft sich. Wegen der Kontrolle des polnischen Mobilfunkanbieters PTC hat Vivendi nun eine Klage in den USA eingereicht - Vivendi will sieben Milliarden Dollar.

Vivendi (Paris) teilte mit, gegen die Deutsche Telekom  sowie ihre Mobilfunktöchter in Deutschland und den USA eine Klage wegen Betrugs vor einem Bundesgericht im US-Staat Washington eingereicht zu haben. T-Mobile habe sich durch "Gaunereien" rechtswidrig 2,5 Milliarden Dollar angeeignet, die Vivendi vor Jahren in den Mobilfunker Polska Telefonia Cyfrowa (PTC) investiert habe. Insgesamt fordert Vivendi vor Gericht sieben Milliarden Dollar als Wiedergutmachung.

Verklagt worden sei außerdem der Geschäftsmann Zygmunt Solorz-Zak, der den polnischen Versorger Elektrim kontrolliert. Elektrim ist Minderheitspartner eines Gemeinschaftsunternehmens mit Vivendi. Dieses Joint Venture hält nach Darstellung der Franzosen 48 Prozent an PTC. Die Telekom ist hingegen der Ansicht, dass sie inzwischen rechtmäßiger Besitzer dieses Pakets ist und damit - zusammen mit ihrem bereits bestehenden Anteil von 49 Prozent - 97 Prozent der Aktien von PTC hält.
Sie beruft sich auf Gerichtsurteile aus Wien und Polen, wonach der strittige 48-Prozent-Anteil stets Elektrim gehörte. Diesen Richtersprüchen zufolge hat die Telekom das Paket rechtmäßig über ein Vorkaufsrecht erworben.

"Wir wollen unser Geld oder unsere Aktien zurück", sagte Vivendi-Aufsichtsratschef Jean-Bernard Lévy. T-Mobile und der polnische Geschäftsmann Solorz-Zak hätten in dem seit sieben Jahren währenden Streit jedes Mal gerichtliche Anordnungen missachtet, erklärte der Manager.

Ein Telekom-Sprecher sagte, die Klage reihe sich ein in eine Vielzahl von Anschuldigungen, die ganz offensichtlich das Ziel hätten, die Telekom zu diskreditieren, weil sich Vivendi vor den Gerichten in Polen und Österreich sowie den zuständigen Schiedsgerichten nicht habe durchsetzen können.

In der Sache könne die Telekom die neuen Anschuldigungen nicht kommentieren. Man müsse erst die Details kennen, die möglicherweise in einer für Nachmittag angekündigten Pressekonferenz von Vivendi in New York genannt würden. Der Sprecher fügte hinzu, die Telekom sei in der Vergangenheit von Vivendi wiederholt mit "absurden und unzutreffenden Anschuldigungen und Aussagen konfrontiert worden, die der Realität nicht standhielten".

tim/ddp/AP/DowJones/spiegelonline/ds/25.10.2006

 
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