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In vier Jahren kommt der Euro, den die Mehrheit nicht will Drucken E-Mail

Nach Angaben des polnischen Außenministers Radoslaw Sikorski ist sein Land in vier Jahren bereit für die Einführung des Euro. Sikorski sagte in einem Hörfunkinterview, dass Polen der Eurozone aber nur beitreten werde, wenn bestimmte Reformen umgesetzt würden und die Einführung der Gemeinschaftswährung polnischen Interessen diene. Gleichzeitig wiederholte er seine Aufforderung an Bundeskanzlerin Angela Merkel, in der europäischen Finanzkrise eine Führungsrolle einzunehmen.
Daran merkelt sie zurzeit mit Frankreichs Präsident Sarkozy. Die EU-Mitgliedschaft Polens wird von der Bevölkerung mehrheitlich sehr begrüßt. Mit dem Beitritt allerdings verpflichtete sich Polen auch, der Eurozone beizutreten und die dafür erforderlichen Konvergenzkriterien zu erfüllen. Um 2012 sei man soweit, kündigte 2008 die Tusk-Regierung an – und bekam dann trotz wirtschaftlichen Aufschwungs die Folgen der globalen Finanzkrise zu spüren.

Nun also soll laut Sikorski der Euro in vier Jahren in Polen eingeführt werden, doch eine wachsende Mehrheit in der Bevölkerung will ihn partout nicht. 74 Prozent der Bevölkerung ist gegen die Einführung des Euros, ergab eine jüngste  von Millward Brown SMG  durchgeführte repräsentative Befragung. Im Dezember 2009 hatten sich  53 Prozent der Befragten gegen die Einführung der Gemeinschaftswährung ausgesprochen. Sikorski nimmt einen Imageverlust in Kauf, denn: Verträge müssen eingehalten werden.

thenews.pl/warsawvoice/ds/04.12.2011

 
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