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Die polnische Regisseurin
Agnieszka Holland hat am Dienstag für ihren Film “IN DARKNESS” eine Nominierung für den Oscar erhalten. Das
linksliberale Nachrichtenportal Polityka Online ist voll des Lobes:
"Das ist erfreulich
und bestätigt, dass sich das polnische Kino immer weiter verbessert. Nach “Bittere Ernte” (1986) und ”Hitlerjunge
Salomon” (1992) ist dies schon die dritte Nominierung, die Holland für einen
Film über den Holocaust bekommt. Doch hat sie wohl erst jetzt ihren künstlerischen
Höhepunkt erreicht und den richtigen Ton getroffen, indem sie die tragische
Geschichte der Vernichtung der Juden auf eine breitere Grundlage als bisher
gestellt hat. Die Kriegsverbrechen haben unterschiedliche Menschen begangen,
die dabei von unterschiedlichen Motiven geleitet worden sind. Natürlich
verdient nicht nur die Regisseurin anerkennende Worte. Bei “IN DARKNESS” haben viele
hervorragende kreative Polen mitgewirkt. Zuallererst muss man Jola Dylewska
nennen - die Kamerafrau und Schöpferin der hervorragender Bilder".
eurotopics/25.01.2012
Der Film schildert
die wahre Begebenheit des Überlebenskampfes einer Gruppe jüdischer Flüchtlinge,
die sich 1943 im besetzten polnischen Lvov (ehemals Deutsch-Lemberg)
monatenlang vor den Nazis verstecken konnten.
Der zwielichtige
polnischen Kanalarbeiter und Gelegenheitsdieb Leopold Socha entdeckt eines Tages
eine Gruppe jüdischer Flüchtlinge, die aus dem Ghetto entkommen sind. Schnell
wittert er das Geschäft seines Lebens. Gegen Zahlung eines Kopfgeldes versteckt
er 14 Monate lang die Ghettobewohner im Labyrinth der Kanalisation von Lvov.
Doch was für Socha am Anfang nur als lukratives Geschäft galt, wird mehr und mehr zur Frage des
Gewissens…
In der Realität
hatten sich dort 20 Juden versteckt. 12 von ihnen haben es irgendwann nicht
mehr ausgehalten und sind ans Tageslicht zurückgekehrt. Von ihnen hat keiner
den Krieg überlebt.
Die
polnisch-deutsch-kanadische Produktion wurde 2010 in einer Halle am Stadtrand
von Leipzig gedreht. Die
Kanalisation wurde aus Holz nachgebaut – samt Gullideckeln und einströmendem Wasser.
In den polnischen Kinos läuft das Filmdrama bereits seit dem 5. Januar mit großem
Erfolg, zum deutschen Kinostart werden unterschiedliche Daten angegeben: 9.
oder 23. Februar.
In einem Interview mit
der “Frankfurter Allgemeine Zeitung” sagte die in Paris lebende Regisseurin (Foto): „Es
stimmt übrigens nicht, dass wir über den Holocaust fast alles wissen. Es ist
ein Thema ohne Ende, das in vielen Ländern über Jahre verdrängt wurde. Die
Polen zum Beispiel geben ihre Verantwortung und ihre Mitschuld erst seit kurzem
zu. […] Die Amerikaner haben bis heute ihren Teil der Verantwortung, ihren
Antisemitismus, ihr Verdrängen und Nichthandeln, nicht verarbeitet. Wir sind
also noch weit davon entfernt, das Thema als abgeschlossen zu betrachten”.
filmkritiker.com/ds/25.01.2012
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