Home EU & Polen Nach Davos-Gipfel Rückenwind aus Polen für Merkel
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Nach Davos-Gipfel Rückenwind aus Polen für Merkel |
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Die Hauptthemen auf dem
Wirtschaftsgipfel in Davos am Mittwoch waren der Kollaps mehrerer EU-Staaten und das mögliche Scheitern
des Euro. Bundeskanzlerin Merkel solle endlich in die Puschen kommen und den
Fahrplan aus der Krise vorlegen. Ihr zögerliches Lavieren habe die Krise nur verschlimmert, indem
sie den Schuldensündern “drakonische
Maßnahmen aufzwang”, kritisierte Spekulantenlegende George Soros, und auch
Weltbankpräsident Robert Zoellick
forderte mehr
Richtlinien-Kompetenz von Deutschland. Italiens neuer Premier Mario
Monto hingegen bettelte um eine Aufstockung des Euro-Rettungsschirms und
appellierte an das Mitgefühl der europäischen Nachbarn. Großbritanniens Premier
David Cameron klappte die Ohren zu. Der deutsch-französische Plan eines Fiskalpakts
für mehr Haushaltsdisziplin mit einer weiteren Aufstockung des Rettungsschirms sei
“Wahnsinn”, an dem sich sein Land mit keinem Cent beteiligen werde, stellte
Cameron klar.
Das schwächelnde Frankreich als Partner und Großbritannien als
Gegner gab sich die sonst im Aussitzen erprobte Kanzlerin demütig besorgt um
die Bürde, die Deutschland aufgelastet werde. Sie warnte:
„Wenn Deutschland stellvertretend für alle europäischen Länder etwas
verspricht, was bei harter Attacke der Märkte dann auch nicht einlösbar ist,
dann hat Europa eine ganz offene Flanke“, sagte sie. Kürzer
gesagt: Überfordert uns bitte nicht. David Cameron hat mit seinem brüsken
Auftritt in Davos bei den traditionell europaskeptischen Briten gepunktet. Verständnis
für Merkels Appell hat das linksliberale Nachrichtenportal Polityka Online. Es kommentiert:
Deutschland nicht zu viel
aufbürden
"Bundeskanzlerin Angela
Merkel hat auf dem Wirtschaftsgipfel in Davos am Mittwoch ausdrücklich darauf
hingewiesen, dass Deutschland den Euro nicht allein retten kann. Das
linksliberale Nachrichtenportal Polityka Online stimmt ihr zu:
"Deutschland ist zwar das größte Mitglied im Euro-Klub, doch dürfte es
trotzdem entschieden zu schwach sein, um im Alleingang die Gemeinschaftswährung
zu retten. Das BIP unseres westlichen Nachbarn macht nicht einmal ein Fünftel
der gesamten Union aus und etwa ein Viertel der Euro-Zone. Die Hoffnungen, die
man in Deutschland setzt, werden langsam irrational. Dieses Land hat mit
Sicherheit sehr viel von der Integration profitiert und muss selbstverständlich
alle Anstrengungen unternehmen, um den Euro zu retten. Doch kann man nicht von
ihm verlangen, jede Last zu schultern, die man ihm aufbürdet. Außerdem liegt es
im polnischen Interesse, dass Deutschland [als größter Handelspartner] bei der
Übernahme der Kosten für die europäische Krise nicht selbst ernsthafte Probleme
bekommt."
ds/eurotopics/27.01.2012
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