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EuGMR relativiert Katyn und russische Geschichtsvergessenheit Drucken E-Mail

Russland wird für den Massenmord an polnischen Offizieren im Frühjahr 1940 bei Katyn nicht zur Verantwortung gezogen. Dieses Urteil werde der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg am Montag verkünden, berichtete die Zeitung Moskowskije Nowosti am Donnerstag. Die russische Öffentlichkeit ist noch immer nicht bereit, mit der Sowjetdiktatur abzurechnen, mahnt der Publizist Piotr Skwieciński in der konservativen Tageszeitung Rzeczpospolita:

"Es ist eine Binsenweisheit, dass es weder eine Versöhnung noch ein freies Russland geben wird, solange das Land 'der Freunde der Moskowiter' [Gedicht von Adam Mickiewicz, 'Do Przyjaciół Moskali'] nicht mit den blutigen Kapiteln seiner Geschichte abgerechnet hat. … Dass der sowjetische Geheimdienst NKWD diese Verbrechen auf Befehl des Kremls begangen hat, haben die russischen Regierenden schon mehrfach zugegeben. ... Doch gleichzeitig stellen russische Medien diese Tatsache ständig in Frage. Und für den Großteil der Russen ist das alles gar nicht so klar. Im Gegenteil: Der Anteil der Russen, die glauben, dass 'in Katyn die Deutschen gemordet haben', ist im vergangenen Jahr von 18 auf 24 Prozent gestiegen. Die Zahl derjenigen hingegen, die meinen, dass es der NKWD war, sank von 35 auf 34 Prozent."

eurotopics/13.04.2012

 
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