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Rzeczpospolita: Katyn-Urteil zu milde für Russen Drucken E-Mail

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat Russland am Montag wegen "menschenunwürdiger Behandlung" der Angehörigen von Opfern des Massenmords von Katyn verurteilt. Anträge der Angehörigen, Auskunft über die Todesumstände zu bekommen, habe die russische Justiz schroff abgewiesen. Die konservative Tageszeitung Rzeczpospolita ist nicht gänzlich überzeugt von dem Urteil. Sie kommentiert:


 "Aus politischer Sicht kann man das Urteil des Gerichts in Straßburg als Genugtuung für Polen interpretieren. Für die Familien der Katyn-Opfer ist es zweifellos eine große Erleichterung, da damit endlich die jahrelange Quälerei beendet ist, die mit der Suche nach der Wahrheit und den Rechtsgrundlagen dafür verbunden gewesen ist. Der milde Ton der Richter des Tribunals ist jedoch eine Überraschung, die indirekt der Blockadehaltung der Russen stattgegeben haben und ihrer Weigerung, Dokumente herauszugeben. ... Da die Richter keine Wiederholung der Untersuchung gefordert haben, die die russischen Behörden geführt und schließlich eingefroren haben, können die Russen daraus den Schluss ziehen, dass es sich durchaus lohnt, zu lügen, zu betrügen und die Spuren zu verwischen."

eurotopics/17.04.2012

 
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