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Sportministerin Mucha fordert härtere Urteile gegen Hooligans Drucken E-Mail

Der Einsatz von 7000 Polizisten konnte die erwarteten  Ausschreitungen vor und während des Spiels Polen – Russland  nicht verhindern. 17 Polizisten wurden leicht verletzt,13 Streifenwagen zerstört,184 mutmaßliche Gewalttäter festgenommen, darunter 156 Polen, 24 Russen,1 Algerier,1 Spanier,1 Ungar. Schon am Tag darauf hatte ein Warschauer Schnellgericht gegen 26 Inhaftierte Urteile verhängt, zwei Russen wurden des Landes verwiesen. 90 weitere Urteile wurden für den nächsten Tag angekündigt, und in diesem Tempo sollte fortgesetzt werden – als Abschreckung vor den kommenden „Schicksalsspielen“  Tschechien - Polen (in Breslau)  und Griechenland - Russland (in Warschau). Doch die ersten Urteile vom vergangenen Mittwoch haben empörende Reaktionen ausgelöst.


Ein Pole wurde zu fünf Monaten, ein anderer zu drei Monaten Gefängnis ohne Bewährung verurteilt, drei
 Fälle wurden zur Verhandlung an ordentliche Gerichte verwiesen, die meisten kamen mit einer Geldbuße in Höhe von 500 Zloty davon, rund 116 Euro. Peanuts.

Polens Justizminister Jaroslaw Gowin hat für die „milden“ Urteile kein Verständnis: "Ein gerechtes Urteil, wenn jemand einen Fußballfan bewusstlos prügelt, wäre eine absolute Freiheitsstrafe, statt eines Urteils auf Bewährung", erklärte er  am Donnerstag gegenüber Journalisten. "Es geht nicht um sehr strenge Urteile, sondern um gerechte". “ Ich verstehe nicht, warum diejenigen, die die Sicherheit der Fußballfans und das Image Polens gefährdet haben, sich am Samstag wieder frei auf Warschauer Straßen werden bewegen können", fügte der Minister hinzu.

 

Auch Sportministerin Joanna Mucha kritisierte die Urteile: "Wir können die Justiz nicht beeinflussen, aber meiner Meinung nach könnte die Bestrafung härter ausfallen", sagte Mucha: "Es ist wichtig, eine Atmosphäre zu schaffen, in der klar wird, dass solche Situationen keinen Platz haben."

Vergangenen  Dienstag waren nach Polizeiangaben rund 10000 russische Fans in Warschau. Für das heutige Spiel Griechenland - Russland -  werden erheblich mehr russische Fans in Warschau erwartet. Russland genügt ein Unentschieden, um weiterzukommen. Zeitgleich spielt Polen gegen Tschechien - und  Polen kommt nur mit einem Sieg weiter.

Siegt Russland, während gleichzeitig Polen scheitert, könnten sich  traditionelle Aversionen noch heftiger in Provokationen entladen  als am vergangenen Dienstag. Auch deshalb, weil die Urteile der polnischen Schnellgerichte wohl kaum Gewalttäter abgeschreckt haben.

thenews.pl/warsaw Voice/ds/16.06.2012

 
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