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EURO 2012: Zurück in den Alltag Drucken E-Mail

ABC: Europameister Vorbild für Spaniens Politiker
Spanien hat das Finale der Fußball-Europameisterschaft am Sonntag in Kiew mit 4:0 gewonnen. Die konservative Tageszeitung ABC hofft, dass der Teamgeist der Fußballer auch die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft ansteckt. Sie shreibt:


 

"Der Sieg über Italien im Finale der Europameisterschaft hebt unsere ruhmreiche Fußballmannschaft auf ein Podest, das bislang noch niemand erreicht hat, weil sie innerhalb von nur vier Jahren zweimal Europa- und einmal Weltmeister wurde. ... Spanien hat eine neue Form des Zusammenspiels in diesem Sport erfunden, der seit über einem Jahrhundert auf der ganzen Welt praktiziert wird. ... Die Spieler der Mannschaft sind zwar alle Idole, aber der Zusammenhalt, die Nähe zum Volk und ihre Normalität, die sie ausstrahlen, hat dazu geführt, dass alle Spanier hinter der Mannschaft stehen. …  Es ist schade, dass die Spanier denselben Zusammenhalt und Teamgeist, mit dem man auch andere Herausforderungen wie die Wirtschaftskrise meistern könnte, nicht häufiger zeigen."

Sme: Janukowitsch ist Gewinner der EM 2012
Nicht nur Spanien und Italien hatten beim Finale der Fußball-Europameisterschaft am Sonntag in Kiew ihren großen Auftritt, sondern vor allem auch der umstrittene ukrainische Präsident Wiktor Janukowitsch, bemerkt die liberale Tageszeitung Sme:

"Beim Abschluss des größten Sport-Events in Osteuropa seit Olympia 1980 in Moskau saßen gleich mehrere Premiers und Präsidenten neben dem Mitorganisator, dem ukrainischen Staatschef. Das gemeinsame Foto aus der VIP-Loge war der eigentliche Grund, weshalb Janukowitsch die besten Fußballer Europas beherbergen wollte. Und nichts ärgerte ihn mehr, als dass ihm seine größte Rivalin Julia Timoschenko vom Gefängnisbett aus diese Absicht vermieste. Mitglieder der EU-Kommission, Präsidenten und Minister aus Deutschland, Großbritannien oder Frankreich boykottierten die Spiele in der Ukraine und unterstrichen so, dass Timoschenko für sie eine politische Gefangene ist. Doch das alles galt nur bis zum Finale der EM. Jetzt kann Janukowitsch per Foto zeigen, dass er akzeptiert wurde. Einen weiteren Prozess gegen Timoschenko hat er geschickt bis nach der EM hinaus gezögert."

Wprost: Nach dem Turnier bleiben Polens Probleme
Die Europameisterschaft war für Polen insgesamt ein Erfolg, meint der Journalist Michał Kobosko in der konservativen Nachrichtenmagazin Wprost, gibt aber zu bedenken:

 "Es ist klar, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Seit der Europameisterschaft haben wir zwar hervorragende Straßen, doch melden immer mehr Firmen Insolvenz an, die sie gebaut haben. Und wir haben Stadien, mit denen wir nicht so recht etwas anzufangen wissen. Sie sollen ja auch später noch Einnahmen bringen. ... Nach der Euro ist zudem ein fußballerischer Kater geblieben, weil wir wieder einmal schlecht gespielt haben. ... Und wir haben etwas, was man den polnisch-ukrainischen Komplex nennen könnte. Nicht, dass ich [die Radiomoderatoren] Wojewodzki und Figurski für ihren Quatsch lieben würde. Doch haben die Herren auf  ein Problem hingewiesen, dass man lange unter den Teppich gekehrt hat: Die Verachtung gegenüber den Ukrainerinnen und Ukrainern. ... Wir haben noch eine Menge Hausarbeiten zu machen."

eurotopics/02.07.2012

 
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