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Polen und Litauen – eine komplizierte Nachbarschaft Drucken E-Mail
Der polnisch-litauische Vertrag von 1994 präzisiert, dass sowohl die Polen in Litauen als auch die Litauer, die in Polen leben, das Recht haben, ihre Namen in der Weise zu schreiben, die sie für richtig halten. Trotzdem bleiben die polnischen Namen in Litauen nach wie vor lituanisiert, entschied das litauische Verfassungsgericht im Herbst 2009. Und so kommt es zu Absurditäten wie diese: Der Bürgermeister von Šalčininkai (südlich von Wilna, poln.: Soleczniki), dessen Einwohner mehrheitlich Polen sind, hat, obwohl er Pole ist, theoretisch die Pflicht, mit Gästen aus Polen und polnischen Antragstellern ausschließlich in der Amtssprache Litauisch zu sprechen.

Litauische Konservative wollen vom „Brudervolk“ Polen nichts wissen, denn hinter allem, was vom Nachbarland  ausgeht, stecke das Streben nach einer „Slawisierung“. Sie unterstellen Polen „räuberische Großmachtgelüste“. Unter dem Sprachenstreit schwelt eine bis heute nicht gelungene Aufarbeitung historischer Stereotype. In Polen sind die Sympathiewerte für Litauen von 40 Prozent (2012) auf jetzt 32 Prozent gesunken. Die „komplizierte  Nachbarschaft“ ist Thema der neuen Polen-Analyse.
Link:

http://www.laender-analysen.de/polen/pdf/PolenAnalysen123.pdf

dpi/ds/19.03.2013
 
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