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Österliches Allerlei und Eierlei Drucken E-Mail
Ostern ticken die Polen anders, als anderswo. Das geht schon eine Woche vorher los:
Am Palmsonntag pflegen Traditionalisten den Brauch, sich mit Weidenzweigen zu schlagen, um sich Gesundheit und Glück zu versichern. Die Tapfersten schlucken sogar die Weidenkätzchen im Glauben, es schütze vor Kopf-und Halsschmerzen.
Am Ostersonntag gibt es Speisen aus dem „geweihten Korb“. Dazu gehören: Brot, bunte Ostereier, typische polnische Weißwurst mit „Cwikla“ (Rote Beete mit Meerrettich vermischt), Schinken, Aufschnitt, Pastete und Gemüsesalat. Zum Nachtisch kommen noch hinzu: „Baby“ (Hefekuchen), „Pascha“ (eine Art Käsekuchen), Mohnkuchen und der „Mazurek“ – ein typischer Osterkuchen. Zu Beginn des Frühstücks teilen sich die Anwesenden ein geweihtes Ei und wünschen sich  Glück und Gesundheit Danach dürfen die Kinder nach Süßigkeiten suchen, die der Osterhase versteckt hat.

Am Ostermontag ist „Smigus-Dyngus“ angesagt  -  der „Tag des Wassergießens". Der Brauch erinnert an die Taufe von Mieszko I., der Polen im Jahr 966 zum Christentum bekehrte. Wasserpistolen werden gefüllt oder volle Eimer auf die Straße getragen. Wer Ostersonntag den Regenschirm vergessen hat, kann pudelnaß werden. An diesem Tag ist das erlaubt. Auch die Polizei darf  sich nicht beschweren, wenn sie „im Regen“ steht.

Eierlei
Ein schönes Brauchtum hat sich in Polen erhalten mit der Bemalung von Eiern in traditionellen Mustern und Techniken. Über Generationen hinweg war die Kunst Frauen vorbehalten, jetzt haben sich auch Männer emanzipiert. Das polnische Osterei ist ein Exportschlager. Zwei traditionelle Techniken werden angewandt: Dekorbeschichtung auf Wachsbasis einerseits und – aufwändiger – mit farblich getränkten Stoffen, Zwiebelbeigaben und geheimnisvollen Ritztechniken andererseits. Hühner-, Enten-, Gans- und neuerdings sogar Straußeneier erhalten kunstvolle Überschalung.

Die Wachstechnik geht so: Das Ei wird ausgeblasen, genannt „wydmuszki“. Sodann das Schalenskelett in heißen Wachs getaucht und die Verzierung mit Nadeln eingeritzt, danach dann die Färbung.

Komplizierter ist das „Kraszanki“-Ei. Dafür färbt man die Eier zunächst in einer Brühe aus bunter Wolle oder braunen Zwiebelschalen. Dann ritzt man feine Muster in die Schale. Es ist eine Technik, die einer geschickten Hand und plastischer Fähigkeiten bedarf. "Um „Kraszanka“-Eier  zu machen, benötigt ein Profi mindestens zwei Stunden", sagt eine Volkskünstlerin aus dem südwestpolnischen Oppeln.

ds/29.03.2013
 
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