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„Die Polen haben eine fatalistische Einstellung“ Drucken E-Mail
Klaus Bachmann, 50, Professor für Politologie an der Warschauer Hochschule für Gesellschaftspsychologie und früher Polen-Korrespondent deutscher Medien, wird in der Süddeutschen Zeitung zitiert mit seiner Einschätzung, wie die Polen ticken:

"Weil ich schon so lange an der Weichsel lebe, kommt mir alles, was in Polen geschieht, völlig natürlich vor. Manchmal versuche ich sogar, meine polnischen Bekannten davon zu überzeugen, dass Dinge, die sie für völlig inakzeptabel halten, auch in anderen Ländern vorkommen. Die Polen haben eine fatalistische Einstellung. Sie sind aggressive Autofahrer, schimpfen auf das Gesundheitswesen und die Polizei, aber wenn ein Fahrzeug mit Blaulicht kommt, machen sie sofort Platz. Immer wieder versetzen mich der schlechte Zustand der Straßen und die Art des Straßenbaus in Staunen. Warum muss ein Kanaldeckel genau in die Spur der Autos platziert werden? Ich habe mich daran gewöhnt, dass zur polnischen Politik Demagogie gehört. Es ist normal, wenn im Wahlkampf oder im Parlament ein Politiker einem anderen Hochverrat, Korruption, Spionage, antipolnische Verschwörung vorwirft. Aber es gibt andere Dinge, die mich noch wundern: In Polen werden leichtsinnige Skifahrer oder Wanderer, die sich in den Bergen verlieren oder abseits der ausgeschilderten Trassen verunglücken, nicht von den Rettungsdiensten zur Kasse gebeten. Die Kosten übernimmt der Steuerzahler. Warnungen vor Lawinen oder Gewittern werden also auf die leichte Schulter genommen."

Quelle:SZ vom 11.09.2013 (Protokoll:Jacek Harlukowicz)/ds/12.09.2013
 
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