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Kommission Weltkirche würdigt Pater Maximilian Kolbe Drucken E-Mail
Der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Ludwig Schick, hat Maximilian Kolbe (1894-1941) als “Märtyrer der Versöhnung” zwischen Deutschen und Polen gewürdigt. Kolbe sei “Märtyrer, Zeuge, Vorbild, Inspirator und Moderator von Versöhnung in gewaltbelasteter Gegenwart” in Auschwitz gewesen, sagte der Ratsvorsitzende der „Maximilian-Kolbe-Stiftung“ am Donnerstag beim 5. Europäischen Workshop zum Umgang mit der Geschichte von Auschwitz im polnischen Oswiecim.
Neben der Person Kolbe befassten sich die Teilnehmer mit Möglichkeiten und Herausforderungen kirchlicher Versöhnungsarbeit. An dem Workshop der Maximilian-Kolbe-Stiftung, der am Freitag zu Ende ging, nahmen 35 Vertreter unter anderem aus Russland, der Ukraine, Bosnien-Herzegowina, Polen und Irland teil.

Maximilian Kolbe (Foto) wuchs als Sohn deutschstämmiger Eltern in Polen auf und trat dem Franziskaner-Orden bei. In  der Zwischenkriegszeit betrieb er eine rege Missionsarbeit,  die von den Nationalsozialisten unterbunden wurde. 1941 wurde er verhaftet. Ein Hauptgrund war,  dass er in Niepokalanów 2300 Juden und dazu noch anderen polnischen und ukrainischen, griechisch-katholischen Flüchtlingen Zuflucht gewährte hatte. Im Mai 1941 wurde er in das  Nazi-Konzentrationslager in  Auschwitz eingeliefert, wo er weiter als Priester und Seelsorger wirkte.

Am 29. Juli 1941 wurden Männer als Vergeltungsmaßnahme für die nur vermutete Flucht eines anderen Häftlings zur Ermordung aussortiert. Als  einer der Männer in lautes Wehklagen um sich und seine Familie ausbrach, bat Pater Kolbe darum, dessen  Platz  einnehmen zu dürfen  und wurde am 31. Juli 1941 in den berüchtigten „Hungerbunker“ des Blocks 11 gesperrt. Dort betete er mit seinen Leidensgenossen und tröstete sie. Am 14. August wurden Pater Kolbe und drei andere Verurteilte, die noch nicht verhungert waren, durch Phenolspritzen umgebracht und im Krematorium verbrannt. Die Person, für die er sich aufopferte, überlebte das KZ und starb 1995.

1971 verfügte Papst  Paul VI die Seligsprechung von Pater Kolbe, 1982 erhob ihn Papst Johanes Paul II. zum Heiligen und Märtyrer der katholischen Kirche. Auch der evangelisch-lutherischen Kirche in Amerika und der anglikanischen Kirche gilt er als denkwürdiger Glaubenszeuge. Sein Gedenktag in der Liturgie ist der 14. August, der Tag seiner Ermordung.

KNAWikipedia//ds/17.08.2014
 
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