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Rückzug nach Polen kann Rentenzahlung gefährden Drucken E-Mail

Deutsche Aussiedler, die mittlerweile Rente bezihen, müssen bei  einer Rückkehr nach Polen bürokratische  Auflagen beachten, um ihren Rentenanspruch nicht zu verlieren. Das in Polen erscheinende Schlesische Wochenblatt hat hierzu eine Expertin der polnischen Versicherungsgesellschaft ZUS befragt.

Personen, die in Deutschland eine Altersrente beziehen, können diese bei einem Umzug nach Polen verlieren. Auf wen genau trifft dies zu?

Dies gilt für diejenigen, die auf Grundlage des deutsch-polnischen Vertrags vom 9. Oktober 1975 Anspruch auf deutsche Leistungen haben. Es sind Personen, die vor dem 1. Januar 1991 nach Deutschland auswanderten und dort eine Altersrente nach deutschem Recht gewährt bekamen, obwohl sie in Deutschland nicht gearbeitet haben. Ihre Arbeitsjahre in Polen wurden ihnen in Deutschland so angerechnet, als ob sie in Deutschland gearbeitet hätten.

Polen ist ja Mitglied der Europäischen Union. Oft haben diese Menschen zwei Meldeorte. Hat dies einen Einfluss auf Rentenzahlungen?

Im Falle des Vertrags von 1975 zählt nur der Wohnort. Sollte eine Person, die nach diesem Vertrag seine Rente bekommen hat, nach Polen zurückkehren und die leistungszahlende deutsche Versicherung nicht darüber informieren, muss sie damit rechnen, dass Deutschland die Zahlungen als gesetzwidrig einstuft und diese zurückfordert.

Wie steht es um Personen, die beispielsweise zehn Jahre in Polen arbeiteten, wonach sie nach Deutschland zogen und dort weitere zwanzig Jahre lang beruflich tätig waren? Werden sie bei einer Rückkehr nach Polen ebenfalls ihre Rentenleistungen verlieren?

Wenn eine solche Person ihren Wohnort wechselt, stellt die deutsche Seite die Zahlungen für die in Polen gearbeiteten Jahre ein, zahlt aber weiter für die in Deutschland gearbeitete Zeit. Jeder der Staaten zahlt dann ein Leistungsvolumen proportional zu den Arbeitsjahren in seinem jeweiligen Gebiet.

Kommt für Arbeit in der ehemaligen DDR ebenfalls deutsche Rente zu?

Polnische Staatsbürger, die in der DDR gearbeitet haben, können Leistungen aus dem deutschen Versicherungssystem nicht in Anspruch nehmen, sondern nur aus dem polnischen. Sie haben also keine Chancen auf eine deutsche Rente. Die Arbeitsdauer in der früheren DDR (bis 30. September 1991) gilt so, als ob sie in Polen verrichtet wäre. Sie wird jedoch auf die polnische Arbeitszeitbemessung angerechnet, vorausgesetzt, dass in dieser Zeit Sozialversicherungsbeiträge gezahlt wurden.
 
Auskünfte über deutsche Renten erteilt die Oppelner Versicherungsgesellschaft ZUS unter 0048-077 4511758 / 077 4511761/ 077 4511681 (Abteilung Internationale Verträge).

Schlesisches Wochenblatt/ds/26.05.2007

 
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