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Internationaler Emmy-Preis für „Unsere Mütter, unsere Väter“ Drucken E-Mail
Der  im März 2014 in Deutschand ausgestrahlte Dreiteiler entwickelt sich zur erfolgreichsten Produktion in der Geschichte der Mainzer Fernsehanstalt. ZDF-Angaben zufolge wurde das zur besten Sendezeit ausgestrahlte Kriegsdrama von 24.3 Prozent der deutschen TV-Zuschauer gesehen. Inzwischen ist die Produktion in mehr als hundert Länder verkauft und wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter der Deutsche Fernsehpreis, die Goldene Kamera , der Prix Europa – und nun in New York mit dem Emmy für die beste ausländische  TV-Miniserie. Auch in Polen wurde der Dreiteiler ausgestrahlt, kassierte aber herbe Kritik.

Polens Botschafter in Berlin, Jerzy Marganski, erklärte damals, er sei ebenso wie viele seiner Landsleute "bestürzt" über das darin vermittelte Bild der Polen und des polnischen Widerstands gegen die deutsche Besatzung. Polen und die Partisanen der "Heimatarmee" (AK) würden als Antisemiten dargestellt, die sich kaum von den deutschen Nazis unterschieden.  Der Zuschauer erfahre nichts von der Hilfe polnischer Widerstandskämpfer für die Juden.

Irritiert von der Kritik bot das ZDF eine historische Bewertung an unter Einberufung eines Gremiums aus  deutschen, polnischen und internationalen Historikern. Es kam zu keinem übereinstimmenden Ergebnis, der Dreiteiler blieb in seiner Originalfassung. Mit der  Emmy-Auszeichnung gilt er nun als kinoreif in den USA.

Schon einmal hatte die Mainzer Sendeanstalt Probleme. In der seit 1974 ausgestrahlten  Krimi-Serie „Derrick“ spielte Schauspieler Horst Tappert in  281 Folgen den  Oberinspekteur. Obwohl  2008 gestorben, klärte er bis 2003 in TV-Konserven knifflige Ermittlungen. 102 Länder kauften die Produktion. Als jedoch  2013 bekannt wurde, dass Tappert im Zweiten Weltkrieg Mitglied der Waffen-SS war, riefen ihn die Sendeanstalten in Frankreich den Niederlanden und Belgien posthum zur Unperson aus. Die gekauften Derrick-Konserven verstauben seitdem im Archiv.

„Unsere Mütter, unsere Väter“ hat sich bereits besser verkauft als „Derrick“. Trotz der polnischen Kritik läuft auch das DVD-Geschäft blendend. Zum Jahresende wird der Verkauf von über 100.000  Scheiben im deutschsprachigen Raum erwartet: Deutschland, Österreich und die Schweiz.


APA/ZDF/ds/28.11.2014
 
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