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Polen trauert um Stanislaw Baranczak Drucken E-Mail
Der polnische Bürgerrechtler, Dichter und Übersetzer Stanislaw Baranczak ist am Freitag im Alter von 68 Jahren in den USA gestorben, er litt an der Parkinson-Krankheit. Kulturministerin Malgorzata Omilanowska sprach von einem schweren Schicksalsschlag für die polnische Kultur. Baranczak zählte in den 1970er-Jahren zu den Mitbegründern der lyrischen Protestbewegung „Nowa Fala“ (Neuen Welle). In seinen in den 1960er und 70er Jahren geschriebenen Gedichten zog er die Absurditäten des kommunistischen Systems und dessen gekünstelte Sprache ins Lächerliche. '
Baranczak war 1977 Mitgründer des Komitees zur Verteidigung der Arbeiter (KOR), das als Antwort auf eine brutale Niederschlagung von Arbeiterprotesten gebildet wurde. Deswegen wurde er von der Universität in seiner Heimatstadt Posen entlassen und emigrierte 1981 in die Vereinigten Staaten, wo er als  Professor für slawische Literaturen an der Harvard Universität. lehrte. Aufgrund seiner Krankheit mußte er diese Position jedoch 1987 aufgeben.

Baranczak übersetzte viele Autoren vom Polnischen ins Englische und umgekehrt, darunter auch Werke von William Shakespeare, Emily Dickinson oder Texte des Musikers Bob Dylan. Zudem beherrschte der Künstler Russisch und Litauisch und übersetzte auch in diese Sprachen.

Von 1986 bis 1990 war er Chefredakteur von „The Polish Review“. 1996 bekam er den US-PEN-Preis  für die Übersetzung ins Englische von Werken der polnischen Literaturnobelpreisträgerin Wislawa Szymborska. 1999 erhielt er für den Gedichtband „Chirurgiczna precyzja“ (Chirurgische Präzision) den Nike-Literaturpreis, die bedeutendste literarische Auszeichnung in Polen.

faculty virginia.edu/ds/27.12.2014
 
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